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Aktuell Asien

Nordkorea nennt US-Sanktionen "Kriegserklärung"

Machthaber Kim Jong Un ist erbost über die von den USA gegen seine Person verhängten Strafmaßnahmen. Es handele sich um den "bisher schlimmsten feindlichen Akt" der Vereinigten Staaten.

Das Außenministerium des abgeschotteten kommunistischen Staates teilte mit, die Bekanntgabe der US-Sanktionen sei "gespickt mit Lügen und Erfindungen". Die Führung in Pjöngjang fordere, die Finanzsanktionen gegen Machthaber Kim Jong Un umgehend zu widerrufen, hieß es in einer Stellungnahme des Ministeriums, die von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreitetet wurde. Andernfalls werde das Land sofort alle diplomatischen Beziehungen abbrechen und "äußerst starke Gegenmaßnahmen" ergreifen. Die von Washington angekündigten Maßnahmen seien eine "offene Kriegserklärung" und der "bisher schlimmste feindliche Akt".

USA bleiben bei ihrer Linie

US-Außenamtssprecher John Kirby sagte, die USA blieben bei ihrer Entscheidung. Sein Land rufe Nordkorea einmal mehr auf, von Schritten und Aussagen abzusehen, die die angespannte Situation auf der Koreanischen Halbinsel verschlimmerten, sagte Kirby in Washington. Auf Zustimmung stießen die US-Sanktionen in Südkorea. Die Regierung erhoffe sich von den neuen Maßnahmen eine Vergrößerung des internationalen Drucks auf Nordkorea, Menschenrechtsstandards einzuhalten, hieß es in Seoul.

Kim erstmals persönlich betroffen

Das US-Finanzministerium hatte Diktator Kim Jong Un am Mittwoch erstmals auf seine schwarze Liste gesetzt und dies mit schweren Menschenrechtsverstößen in Nordkorea begründet. Betroffen von den Strafmaßnahmen sind auch zehn weitere Mitglieder der nordkoreanischen Staatsspitze, darunter Sicherheitsminister Choe Pu Il und Regierungsberater Ri Song Chol und mehrere Behörden. Sämtliches Vermögen der Betroffenen in den USA wird demnach eingefroren. US-Bürgern werden Geschäfte mit den genannten Personen und Institutionen verboten.

Nach Angaben des US-Außenministeriums werden in Nordkorea in Lagern 80.000 bis 120.000 politische Häftlinge festgehalten, darunter auch Kinder. Zudem ist Nordkorea wegen seines umstrittenen Atom- und Raketenprogramms bereits mit einer Reihe internationaler Sanktionen belegt.

qu/kle (afp, rtre, APE)