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Aktuell Asien

Nordkorea meldet schlimmste Dürre seit 100 Jahren

Seit Jahren ist Nordkorea auf internationale Lebensmittelhilfen angewiesen. Denn regelmäßig wird das Land von Naturkatastrophen heimgesucht. Auf eine aktuelle Jahrhundertdürre könnte nun die nächste Hungersnot folgen.

In Nordkorea herrscht die nach eigenen Angaben schlimmste Dürre seit 100 Jahren, die zu empfindlicher Lebensmittelknappheit führen könnte. Die Dürre verursache einen "großen Schaden für den Agrarbereich", berichtete die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur KCNA. Betroffen seien die wichtigsten Reisanbaugebiete in den Provinzen Süd Hwanghae, Nord Hwanghae, Süd Pyongan und Süd Hamgyong.

Leere Wasserspeicher, ausgetrocknete Flüsse

Mehr als 30 Prozent der Reisfelder seien ausgedörrt, in den Provinzen Süd und Nord Hwanghae gebe es praktisch keinen Niederschlag, hieß es von Seiten der Agentur weiter. "Der Pegel der Wasserspeicher ist auf dem Tiefstand während Flüsse austrocknen."

Zuletzt hatte das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium gewarnt, die Getreideproduktion im Norden könnte im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 20 Prozent sinken, wenn es bis Juli weiter so wenig regne.

Angst vor Hungersnot

Damit verstärken sich Ängste vor einer neuen Hungersnot in Nordkorea. Das kommunistisch regierte, abgeschottete Land ist zwar hochgerüstet, aber wirtschaftlich marode. Überschwemmungen, Dürren und Missmanagement sorgen immer wieder für extreme Lebensmittelknappheit. Bei einer Hungersnot der 1990er Jahre starben Schätzungen zufolge hunderttausende Nordkoreaner. Wie die Vereinten Nationen mitteilten, leidet noch immer ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren an Unterwicklung wegen Mangelernährung.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un inmitten von Tomatenpflanzen (Foto: rtr)

Machthaber Kim Jong Un lässt auch immer wieder solche Fotos verbreiten: "So schlecht geht es der Landwirtschaft nicht"

Schwierige humanitäre Unterstützung

Pjöngjang ist deshalb dauerhaft auf internationale Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Weil humanitäre Helfer nicht ins Land gelassen wurden und Hilfsorganisationen die Nahrungsmittelausgabe nicht überwachen durften, ist die Unterstützung in den letzten Jahren stark zurück gegangen.

nin/se (dpa, afp, rtr)