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Asien

Nordkorea lässt US-Journalistinnen frei

Nach einem überraschenden Besuch des früheren US-Präsidenten Bill Clinton in Nordkorea hat die Führung in Pjöngjang zwei inhaftierte US-Journalistinnen freigelassen. Inzwischen trafen die Frauen in ihrer Heimat ein.

Die US-Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee auf dem Weg zu ihrem Flugzeug (Foto: AP)

Auf dem Heimweg: US-Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee

Die Reise Clintons kam für die Öffentlichkeit völlig unerwartet. An höchster Stelle setzte er sich bei seinem Besuch in Nordkorea dafür ein, dass die beiden in dem kommunistischen Land inhaftierten US-Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee auf freien Fuß gesetzt werden. Mit Erfolg, denn nach einem Treffen mit Staatschef Kim Jong Il ordnete dieser die Freilassung der beiden Frauen an.

Rückkehr gemeinsam mit Bill Clinton

Gemeinsam mit dem früheren US-Präsidenten flogen Ling und Lee ins kalifornische Los Angeles. Dort sollen die beiden Journalistinnen ihre Familien wiedertreffen, wie ein Sprecher Clintons sagte.

Bill Clinton wird auf dem Flughafen von Pjöngjang empfangen (Foto: AP)

Begrüßung auf dem Flughafen von Pjöngjang

Die beiden Frauen waren Mitte März im Grenzgebiet zu China auf koreanischer Seite festgenommen worden, als sie dort über nordkoreanische Flüchtlinge berichten wollten. Ein Gericht in Pjöngjang verurteilte sie im Juni wegen "schweren Verbrechens gegen die koreanische Nation und illegalen Grenzübertritts" zu jeweils zwölf Jahren Arbeitslager. Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA nannte die Begnadigung ein Zeichen für die "menschenfreundliche und friedliebende" Politik des kommunistischen Landes.

Spekulationen über Hintergründe

Beobachter hatten zuvor gemutmaßt, dass Nordkorea die inhaftierten Journalistinnen benutzen wollte, um von den USA Zugeständnisse im Streit über sein Atomprogramm zu erzwingen. Zudem wurde die Vermutung geäußert, der Besuch Clintons solle helfen, das angespannte Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und dem kommunistischen Nordkorea zu lockern.

Als letzter ranghoher Gast aus Washington war im Jahr 2000 die damalige Außenministerin Madelaine Albright mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il zusammengetroffen. Mit dem Amtsantritt von George W. Bush als US-Präsident hatte 2001 die bis jetzt dauernde politische Eiszeit begonnen. Die jüngsten nordkoreanischen Atomwaffentests hatten den Konflikt mit Nordkorea weiter angeheizt. (fw/kle/qu/ap/dpa/rtr/afp)