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Asien

Nordkorea lässt kanadischen Pastor frei

Vor über zwei Jahren war er festgenommen und zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nun lassen die Behörden den kanadischen Geistlichen frei - aus gesundheitlichen Gründen. Das weckt Erinnerungen an einen anderen Fall.

Der 61-jährige Hyeon Soo Lim (Artikelbild) sei aus gesundheitlichen und humanitären Gründen aus der Haft entlassen worden, meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. In den vergangenen Tagen war eine kanadische Regierungsdelegation in Pjöngjang, um den Fall des gebürtigen Südkoreaners zu besprechen. Dessen Wohlergehen sei für die Regierung in Ottawa von "größter Bedeutung", hatte ein kanadischer Regierungssprecher betont. 

Lim galt als einer der einflussreichsten Missionare in Nordkorea. Er besuchte das abgeschottete Land viele Male und arbeitete mit Waisen- und Pflegeheimen zusammen. 

Vorwurf: "Subversive Tätigkeit"

Im Jahr 2015 war er verhaftet worden. Die nordkoreanischen Behörden werfen ihm vor, sich in Staatsangelegenheiten eingemischt zu haben und "subversiv" tätig gewesen zu sein. Sie verurteilten Lim zu lebenslanger Haft und Zwangsarbeit. Von kanadischer Seite wurden die Vorwürfe gegen den Pastor mehrfach zurückgewiesen.

Nordkorea - US-Student Otto Warmbier (picture alliance/dpa/MAXPPP)

Auch er war in nordkoreanischer Gefangenschaft: Otto Warmbier

Erst kürzlich hatten Angehörige Lims örtlichen Medien gesagt, nach dem Tod des aus nordkoreanischer Haft entlassenen US-Studenten Otto Frederick Warmbier seien sie in größter Sorge um den Geistlichen. Der 22-jährige Warmbier war in der Haft ins Koma gefallen und Anfang Juni freigelassen worden. Kurz nach seiner Rückkehr in die USA starb er.

Viele Fragen um Warmbier

Warum Warmbier während der Haft ins Koma fiel, ist bislang ungeklärt. Nach nordkoreanischen Angaben war dafür eine Lebensmittelvergiftung verantwortlich. Seine Familie erklärte hingegen, er sei im Gefängnis misshandelt worden. Der Student war von den nordkoreanischen Behörden zu 15 Jahren Arbeitslager mit der Begründung verurteilt worden, er habe ein Propagandaplakat gestohlen. Noch immer sitzen drei US-Bürger in nordkoreanischen Gefängnissen.

nin/gri (dpa, kna, rtr, afp)