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Korea

Nordkorea lässt das Säbelrasseln nicht

Nordkorea kann es ganz offenbar nicht lassen. Wieder hat das Land Raketen abgefeuert. Nach Angaben aus Südkorea waren es diesmal gleich mehrere.

Die kommunistische Führung unter Machthaber Kim Jong Un (Artikelbild) habe von der Ostküste des Landes aus mehrere "nicht identifizierte Geschosse abgefeuert", teilte das Ministerium in Seoul mit.

Bei den Geschossen handele es sich offenbar um ballistische Raketen, vermutlich um sogenannte Lenkflugkörper, die gegen Schiffe eingesetzt werden. Der Raketenabschuss sei in der Umgebung von Wonsan in der Provinz Gangwon erfolgt, hieß es weiter.

Auch Atomwaffen wurden getestet

Nordkorea hatte trotz bestehender UN-Resolutionen und -Sanktionen zuletzt mehrfach Raketentests vorgenommen. Zudem hat das international isolierte Land nach eigenen Angaben seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr.

Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Die USA drohten zuletzt mit einer möglichen militärischen Reaktion auf das Vorgehen Nordkoreas.

Der UN-Sicherheitsrat hatte erst in der vergangenen Woche die Sanktionen gegen die kommunistische Führung in Pjöngjang wegen des Raketen- und Atomprogramms nochmals ausgeweitet.

Raketentest Nordkorea (picture-alliance/dpa/-/yonhap)

Nordkorea provoziert die Internationale Staatengemeinschaft seit Jahren mit dem Abschuss von Raketen

Was wird aus dem Abwehrsystem?

Unklar ist, ob Südkoreas neue Regierung weitere Teile eines umstrittenen US-Raketenabwehrsystems auf südkoreanischem Boden installiert. Zunächst müssten die möglichen Auswirkungen des Systems auf die Umwelt vollständig geprüft werden, sagte ein Vertreter des Präsidialamts.

Die Installation des Systems geht auf eine Einigung Seouls und Washingtons vom vergangenen Sommer zurück. Es soll Südkorea und die im Land stationierten US-Soldaten vor potenziellen Raketenangriffen durch Nordkorea schützen. 

China geht allerdings davon aus, dass das Frühwarnsystem auch sein eigenes Raketenpotenzial erfassen kann. Auch Hunderte von Anwohnern und Mitglieder von Bürgergruppen in Südkorea hatten gegen das System protestiert, das feindliche Kurz- und Mittelstreckenraketen auch in großer Höhe abfangen und durch direkten Aufprall zerstören kann.

haz/hk (dpa, afp, rtr)