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Aktuell Asien

Nordkorea kappt letzten heißen Draht

Der kommunistische Führer in Pjöngjang, Kim Jong-Un, lässt auch die letzte Leitung in den Süden abschalten. Ab sofort sei jegliche militärische Kommunikation unterbrochen, wurde über die Staatsmedien verbreitet.

Die nordkoreanische Staats- und Parteiführung versteigt sich in immer neue Drohungen, die Propaganda verkündet radikale Maßnahmen mit weitreichenden Konsequenzen: "In der Situation, in der jeden Moment ein Krieg ausbrechen kann, ist die Nord-Süd-Kommunikation nicht mehr nötig", wurde der Delegationsleiter für die Militärgespräche mit Südkorea von den amtlichen Medien zitiert. Südkorea sei über den Schritt unterrichtet worden. Soll heißen: auch der militärische "heiße Draht", die letzte noch bestehende Telefonverbindung in den Süden für den äußersten Notfall, wurde gekappt. Das Verbindungsbüro an der Westküste wurde dichtgemacht. 

Der "heiße Draht" werde so lange unterbrochen bleiben, wie "die feindseligen und anachronistischen Akte" des Südens fortbestünden, verlautete aus Pjöngjang. Die Ankündigung kommt nach immer neuen militärischen Drohungen gegen Südkorea und die USA in den vergangenen Wochen. Pjöngjang antwortet so auf die Ausweitung von UN-Sanktionen - nach einem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar - und jährliche südkoreanisch-amerikanische Militärübungen. Am Dienstag hatte Nordkoreas Militär verkündet, sämtliche Feldartillerie- und strategischen Raketeneinheiten seien bereit für einen Angriff auf das amerikanische Festland und US-Militärstützpunkte im Pazifik sowie gegen Ziele in Südkorea.

Massenaufmarsch junger Offiziere beim Schwur auf die südkoreanische Heimat (foto: AFP/Getty Images)

Massenaufmarsch junger Offiziere beim Schwur auf die südkoreanische Heimat.

Zuvor war bereits mit einem atomaren Erstschlag gedroht worden. Die amerikanische Regierung kündigte unter anderem einen Ausbau ihrer Raketenabwehr an. In Alaska würden 14 weitere Raketenabfangsystem installiert, sagte jüngst Verteidigungsminister Chuck Hagel. Mit Südkorea wurde eine noch stärkere militärische Kooperation vereinbart. Die USA versprachen ihrem Verbündeten militärischen Bestand auch bei kleineren Provokationen des Nordens. 

Neue Funktionäre ins Politbüro?

2009 hatte Nordkorea die Leitungen in den Süden schon einmal getrennt, ebenfalls aus Protest gegen Militärmanöver mit den USA. Damals waren aber noch alternative Kontaktmöglichkeiten genutzt worden. Derzeit sei die Leitung an der Westküste die einzige noch aktive militärische Verbindung gewesen, hieß es in Pjöngjang.

Die nordkoreanischen Medien kündigten für die kommenden Tage ein "wichtiges" Treffen des Politbüros der herrschenden Arbeiterpartei an. Es gehe darum, "über eine wichtige Sache für den siegreichen Fortschritt der koreanischen Revolution zu diskutieren und zu entscheiden". Beobachter rechnen unter anderem mit Personalentscheidungen in der Führungsriege und politischen Weisungen. Das Treffen soll noch im März stattfinden. Am 1. April soll die Oberste Volksversammlung, das Parlament in Nordkorea, zu seiner Frühjahrssitzung zusammenkommen... 

SC/gmf (AP, afp, rtr, dpa)