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Koreanische Halbinsel

Nordkorea hat erneut Rakete getestet

Nordkorea hat es schon wieder getan: Ungeachtet der UN-Sanktionen hat das kommunistisch regierte Land nach Angaben des südkoreanischen Militärs eine ballistische Rakete abgeschossen. Sie flog 700 Kilometer weit.

Die Rakete sei von einem Gelände in der Region Kusong im Nordwesten des Landes gestartet, meldet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Militär. Das Geschoss sei etwa 30 Minuten lang geflogen. Das US-Pazifik-Kommando bestätigte den Abschuss. Das Geschoss sei Richtung Japan geflogen und dann ins Meer gestürzt. Es werde nun analysiert, um welchen Raketentyp es sich gehandelt habe.

Es ist der erste Raketentest Nordkoreas seit zwei Wochen, als der Test einer ballistischen Rakete nur wenige Minuten nach dem Start scheiterte. Es ist auch der erste Test seit dem Amtsantritt des neuen südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In. Nach Angaben seines Sprechers berief Moon nach dem Raketenabschuss seine Sicherheitsberater zu einer Krisensitzung zusammen. Dieser hatte während des Wahlkampfs erklärt, an die aktive Annäherungspolitik zu Nordkorea unter den früheren liberalen Präsidenten anknüpfen zu wollen. Er hatte das Nachbarland aber auch vor weiteren Provokationen gewarnt. 

Japan verärgert

Japan verurteilte das Vorgehen Pjöngjangs scharf. Regierungschef Shinzo Abe bezeichnete den Test als "vollkommen inakzeptabel" und "ernste Bedrohung" für sein Land.

Nordkorea war in den vergangenen zwei Monaten vier Mal in Folge mit einem Raketentest gescheitert. Zudem hat das international isolierte Land nach eigenen Angaben seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, zwei davon im vergangenen Jahr. Da Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm trotz internationaler Kritik und bereits verhängter Sanktionen vorantreibt, ist die Lage in der Region sehr angespannt. 

Was sagen die USA?

US-Präsident Donald Trump erhöht seit seinem Amtsantritt im Januar den Druck auf Pjöngjang. Seine Regierung schloss auch ein militärisches Vorgehen wegen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms nicht aus. Zuletzt äußerte sich Trump zurückhaltender und erklärte, er sei unter bestimmten Bedingungen zu einem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereit. Als Reaktion auf die jüngsten Raketentests verhandeln die USA Diplomatenkreisen zufolge mit China auch über eine Verschärfung von Strafmaßnahmen der Vereinten Nationen (UN). China ist mit Nordkorea verbündet, hatte das kleine Nachbarland aber zuletzt wiederholt zur Mäßigung aufgefordert.

Auch Moon sagte, er würde nach Pjöngjang reisen, wenn die Begleitumstände passen. Der ehemalige Menschenrechtsanwalt ist der Sohn nordkoreanischer Flüchtlinge. Im Gegensatz zu seinen beiden konservativen Amtsvorgängern befürwortet er einen Dialog mit dem verfeindeten Nachbarn im Norden. Eine ranghohe nordkoreanische Diplomatin sagte, ihre Regierung sei unter gewissen Voraussetzungen zu Gesprächen mit Washington bereit. Auch ein Treffen mit Moon schloss sie nicht aus.

kle/rk (rtr, afp, dpa, ape)

 

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