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Aktuell Asien

Nordkorea erlaubt Inspektoren-Besuch und testet Rakete

Drei Jahre nach ihrer Ausweisung hat Nordkorea wieder Inspektoren der internationalen Atomaufsicht IAEA eingeladen. Angesichts nordkoreanischer Raketenpläne sind die Reaktionen aber verhalten.

Die Atomaufsichtsbehörde IAEA in Wien teilte mit, noch sei keine Entscheidung getroffen worden. Man werde die Details eines Besuchs mit Nordkorea und "anderen involvierten Parteien" diskutieren. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums sagte in einer ersten Reaktion, grundsätzlich begrüße man alle Schritte, die der internationalen Atombehörde wieder den Zugang nach Nordkorea ermöglichten. Das zugrundeliegende Abkommen sei aber durch den angekündigten nordkoreanischen Satellitenstart infrage gestellt.

Die Einladung war - wie jetzt bekannt wurde - schon am Freitag bei der Atombehörde eingetroffen. Am selben Tag sorgte Nordkorea für Unruhe mit der Ankündigung, einen Satelliten mit einer Langstreckenrakete ins All zu schießen. Die USA, Japan und Südkorea vermuten, dass es sich in Wirklichkeit in erster Linie um einen Raketentest handelt, der dem Land nach einem UN-Beschluss verboten ist.

(Foto: KRT TV)

April 2009: Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete

Verarmte Bevölkerung und Raumfahrtprogramm

Auch Nordkoreas Nachbarland China kritisierte die Pläne, zwischen dem 12. und 16. April den Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyongsong-3 ins All zu schießen. Ungeachtet dessen teilte der nordkoreanische Unterhändler für Atomangelegenheiten, Ri Yong Ho, mit, sein Land halte an dem geplanten Raketenstart fest. Die Rakete solle - wie vorgesehen - zum 100. Jahrestag der Geburt des Staatsgründers Kim Il Sung im April starten. Er betonte, sein Land habe ein Recht auf ein Raumfahrtprogramm. Ri hatte sich am Montag mit seinem chinesischen Kollegen in Peking getroffen.

Erst Ende Februar hatte die nordkoreanische Führung erklärt, sie werde die Langstreckenraketentests aussetzen, um im Gegenzug von den USA Lebensmittellieferungen für die weitgehend verarmte Bevölkerung zu erhalten. Die USA haben die Hilfen nun infrage gestellt.

Nordkorea hat bereits mehrere Atomtests ausgeführt und erklärt, an der Anreicherung von Uran zu arbeiten. Außerdem verfolgt es schon länger ein Programm zur Herstellung von Plutonium. Die Regierung in Pjöngjang hatte die Gespräche über das umstrittene Atomprogramm zuletzt 2009 abgebrochen und nach eigenen Angaben danach zwei Mal eine Atombombe getestet.

hp/ml (rtr, dapd, afp)