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Aktuell Asien

Nordkorea erklärt Kaesong zum Sperrgebiet

Ende der Zusammenarbeit: Pjöngjang hat alle Südkoreaner aus der Sonderwirtschaftszone ausgewiesen. Seoul hatte zuvor den Devisenhahn zugedreht. Eskaliert die Lage auf der koreanischen Halbinsel weiter?

Zufahrt an der Grenze zum nordkoreanischen Industriepark Kaesong (Archivbild: picture-alliance/dpa/Yonhap)

Vorübergehend geschlossen: Zufahrt an der Grenze zum Industriepark Kaesong (Archivbild)

Als Vergeltung für die Entscheidung Südkoreas, sich aus dem gemeinsamen Industriepark Kaesong zurückzuziehen, hat Nordkorea die Sonderwirtschaftszone zum militärischen Kontrollgebiet erklärt. Alle verbliebenen Südkoreaner wurden aufgerufen, Kaesong zu verlassen. Außerdem würden dort alle südkoreanischen Anlagen beschlagnahmt, berichteten Staatsmedien.

Südkorea hatte am Mittwoch beschlossen, die Arbeiten in Kaesong vorübergehend auszusetzen. Dies geschah aus Protest gegen Nordkoreas jüngsten Raketenstart. Sodann wurden nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums die ersten Mitarbeiter abgezogen. Seoul will das Regime im Norden damit von einer wichtigen Devisenquelle abschneiden. Die nordkoreanische Führung sprach von einer "Kriegserklärung", wie die amtliche Nachrichtenagentur KCNA meldet.

Dollars für die Führung

Die Wirtschaftszone Kaesong liegt in Nordkorea. Sie wurde Ende der 1990er Jahre als Zeichen der Entspannung geschaffen. In Kaesong haben 124 südkoreanische Unternehmen Fertigungsstätten, in denen rund 55.000 Nordkoreaner beschäftigt waren. Die Löhne wurden an das staatliche Management gezahlt. Nordkorea habe dadurch sowie durch Gebühren im vergangenen Jahr 110 Millionen Dollar eingenommen, sagte ein Analyst der IBK-Bank in Seoul. Die Arbeiter erhielten ihren Lohn in nordkoreanischer Währung und Coupons.

Die Wirtschaftszone war der einzige Ort, wo Nord- und Südkoreaner einander täglich begegnen und zusammenarbeiten konnten. Ansonsten sind Kontaktaufnahmen streng verboten. Trotz der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wurde Kaesong in den vergangenen Jahren nur einmal geschlossen: 2013 für fünf Monate. Damals war der dritte Atomtest Nordkoreas der Anlass dafür.

Verdeckter Test einer Langstreckenrakete?

Pjöngjang hatte am Sonntag einen Satellitenstart zu friedlichen Zwecken verkündet und damit die internationale Gemeinschaft brüskiert, die vom verdeckten Test einer militärischen Langstreckenrakete ausgeht. Als Reaktion verschärfte der US-Senat am Mittwoch einstimmig die bestehenden Sanktionen gegen Nordkorea. Das Repräsentantenhaus muss noch seine Zustimmung geben. Unter anderem sollen Strafmaßnahmen nun auch im Falle von Cyberattacken und Menschenrechtsverletzungen greifen.

jj/sti (dpa, afp)