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Aktuell Welt

Nordkorea: Ein Raketentest folgt dem nächsten

Nordkorea setzt seinen Kurs unbeirrt fort: Erneut feuerte das international weitgehend isolierte Land eine Rakete ab. Ob der Test erfolgreich verlief, ist noch unklar.

Nordkorea habe in den Gewässern vor dem Hafen Sinpo - vermutlich von einem U-Boot aus - eine ballistische Rakete abgeschossen, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium in Seoul mit. Nähere Angaben wurden zunächst nicht gemacht.

Am Freitag hatten Südkorea und die USA mitgeteilt, sie hätten sich auf die Stationierung des Raketenschilds THAAD verständigt. Dabei handele es sich um eine "Verteidigungsmaßnahme", die dem Schutz Südkoreas und seiner Bürger diene. Das System richte sich ausschließlich gegen Nordkorea und kein anderes Land. Wo genau und wann der Raketenschild stationiert werden soll, wurde nicht mitgeteilt. Die Auswahl des Standortes befinde sich in der Abschlussphase, hieß es lediglich.

THAAD steht für Terminal High Altitude Area Defence und bezeichnet ein modernes Raketenabwehrsystem, das feindliche Raketen abschießen soll. Nordkorea äußerte sich zunächst nicht zu der Ankündigung, wohl aber zu neuen US-Sanktionen. Die Finanzsanktionen gegen Staatschef Kim Jong Un seien eine "offene Kriegserklärung" und müssten umgehend zurückgenommen werden.

Die USA hatten den Diktator auf eine schwarze Liste gesetzt, auch mit Hinweis auf schwere Menschenverletzungen, die Nordkorea nach Angaben internationaler Ermittler verübt.

Eine Kette von Tests und Sanktionen

Nordkorea hatte im Januar eine Atombombe zu Testzwecken gezündet, es war der vierte Atomwaffentest des kommunistischen Landes. Dem schlossen sich eine Reihe von Raketentests an. Nordkorea verstieß damit gegen UN-Resolutionen. Der UN-Sicherheitsrat beschloss deshalb Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das isolierte Land.

Nordkorea Kim Jong-Un

Die USA haben Diktator Kim Jong Un auf ihre schwarze Liste gesetzt

Dennoch feuerte Nordkorea vor gut zwei Wochen zu Testzwecken zwei Mittelstreckenraketen des neuen Typs Musudan ab. Diese Rakete soll eine Reichweite von bis zu 4000 Kilometern haben. Sie könnte damit auch den US-Stützpunkt auf der Pazifikinsel Guam treffen. Völlig ausgereift ist die Technik der nordkoreanischen Militärführung offenbar aber noch nicht. Bei dem Test im April explodierte die Rakete schon nach 30 Kilometern in der Luft. Auch mehrere andere Raketen endeten nach kurzer Flugphase im Meer.

Der jüngste Raketenabschuss Nordkoreas wurde von den Nachbarstaaten einhellig verurteilt. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einem klaren Verstoß gegen Resolutionen der Vereinten Nationen, ähnlich äußerte sich die südkoreanische Regierung. Die USA erklärten, der Kurs von Machthaber Kim gefährde die Stabilität in der gesamten Asien-Pazifik-Region.

haz/stu (rtr, dpa, afp)