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Asien

Nordkorea droht mit "heiligem Krieg"

Nordkorea hat eine "nukleare Abschreckung" und einen "heiligen Vergeltungskrieg" gegen die USA und Südkorea angekündigt. Grund dafür ist ein See-Manöver der beiden Staaten vor der Küste der koreanischen Halbinsel.

Der Flugzeugträger USS George Washington im Busan-Hafen (Foto: AP)

Machtdemonstration der USA: Flugzeugträger USS George Washington

Die Droh-Rhetorik der nordkoreanischen Staatsführung kennt keine Grenzen. Man sei für einen "heiligen Krieg der Vergeltung" gerüstet, teilte die Nationale Verteidigungskommission am Samstag (24.07.2010) nach Angaben der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA mit.

Militärparade in Nordkorea (Foto: AP)

Machtdemonstration Nordkoreas: Militärparade in Pjöngjang

Wegen einer Militärübung der USA und Südkoreas im Japanischen Meer, die inzwischen begonnen hat, spitzt sich nun die Lage auf der koreanischen Halbinsel zu. Pjöngjang droht sogar mit einer "gewaltigen nuklearen Abschreckung". Das See-Manöver sei eine unentschuldbare Provokation, so wie "das Wecken eines schlafenden Tigers". Die "US-Imperialisten" und ihre südkoreanische Marionettenarmee trieben die Lage absichtlich an den Rand eines Krieges. Trotzdem wolle sich die Demokratische Volksrepublik Korea nicht davon beeindrucken lassen.

USA unbeeidruckt von verbalem Drohgebaren

Die US-Regierung wies die Drohungen zurück und bekräftigte noch einmal, dass die Übung rein "defensiv" sei. Nordkorea solle nur abgeschreckt werden. "Wir brauchen von Nordkorea weniger provokative Worte und mehr konstruktive Taten", erklärte US-Außenamtssprecher J.P. Crowley in Washington. An dem See-Manöver, das bis Mittwoch dauern soll, nehmen etwa 8000 Soldaten aus den USA und Südkorea teil. 20 Schiffe und U-Boote sowie 200 Flugzeuge sollen eingesetzt werden, darunter der 97.000 Tonnen schwere US-Flugzeugträger "USS George Washington".

Seit März nehmen die Spannungen zu

Rest eines Torpedos, durch den das südkoreanische Schiff Cheoan im März 2010 untergegangen sein soll (Foto: AP)

Der Anlass des Streits: Rest des "Cheonan"-Torpedos

Seit dem Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffs "Cheonan" Ende März haben sich die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea zunehmend verschlechtert. 46 südkoreanische Marinesoldaten waren dabei ums Leben gekommen. Eine internationale Untersuchung kam zu dem Schluss, dass das Schiff von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde. Pjöngjang bestreitet dies bis heute und kritisiert, die USA nutzten die Beschuldigung als Vorwand, Sanktionen durchzusetzen.

Die USA planen beispielsweise den Kauf und Verkauf von Waffen und den Import von Luxusgütern zu sanktionieren. Vor allem aber sollen Guthaben der Führung auf ausländischen Konten eingefroren und "illegale Aktivitäten von nordkoreanischen Banken und Firmen unterbunden" werden.

Autorin: Nicole Scherschun (afp, ap, rtr, dpa)
Redaktion: Thomas Grimmer

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