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Politik

Nordkorea droht mit "gnadenlosen Schlägen"

Nordkorea hat die UN-Sanktionen wegen seines vergangene Woche verkündeten Atomtests offiziell als "Kriegserklärung" bezeichnet. Die EU forderte Pjöngjang auf, von weiteren Atomtests abzusehen.

Auf diesem Archivbild zeigt sich Diktator Kim Jong Il mit zwei Militärs seiner Armee

Auf diesem Archivbild zeigt sich Diktator Kim Jong Il mit Militärs seiner Armee

Das Außenministerium in Pjöngjang hat am Dienstag die zweite UN-Resolution gegen Nordkorea innerhalb weniger Monate als Produkt einer "feindseligen Politik" der USA bezeichnet. Nordkorea lehne die Resolution total ab, hieß es in einer Erklärung, die von der offiziellen Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde. Nordkorea werde jedes Land, das im Namen der UN-Entschließung die "Souveränität und das Existenzrecht" Nordkoreas bedrohe, mit "gnadenlosen Schlägen" bestrafen, drohte das Ministerium. "Die Demokratische Volksrepublik Korea will Frieden, aber sie hat keine Angst vor Krieg", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA die Erklärung. "Die USA würden gut beraten sein, die Volksrepublik (Nordkorea) nicht falsch einzuschätzen."

Vage Anzeichen für zweiten Test

Die Europäische Union verlangt von Nordkorea, "auf alle weiteren Atomtests oder Raketenstarts zu verzichten". Im Entwurf einer Erklärung, die den EU-Außenministern am Dienstag in Luxemburg vorlag, wurde der erste Atomtest vom 9. Oktober scharf verurteilt. "Er ist ein weiterer Verstoß gegen die Verpflichtungen Nordkoreas zur Nichtweiterverbreitung. Er verstärkt die Isolation Nordkoreas und trägt nicht dazu bei, die elende Lage des nordkoreanischen Volks zu verbessern", heißt es in dem Text. EU-Diplomaten sagten, es gebe keinen Zweifel an der Zustimmung der Minister zu der Erklärung.

Sitzung des Sicherheitsrats am Freitag

Sitzung des Sicherheitsrats am Freitag

Die jüngsten Drohgebärden Pjöngjangs folgten Berichten aus den USA, Japan und Südkorea über Anzeichen, die möglicherweise auf Vorbereitungen zu einem zweiten Atomtest in Nordkorea hindeuten. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass dieser unmittelbar bevorstehe, sagte ein südkoreanischer Regierungsvertreter. Auch Japan äußerte sich zurückhaltend. "Wir haben Informationen, aber ich kann nicht über deren Inhalt sprechen", sagte Außenminister Taro Aso. Der amerikanische Sondergesandte Christopher Hill sagte nach seiner Ankunft in Seoul, er könne Medienberichte über Vorbereitungen für einen weiteren Atomtest nicht bestätigen. Die internationale Gemeinschaft müsse aber in jedem Fall dafür sorgen, dass Nordkorea einen hohen Preis für sein "rücksichtsloses Verhalten" zahle.

Warnungen aus Russland und China

Auch Russland warnte vor einem neuerlichen Atomwaffentest. "Ich glaube nicht, dass Nordkorea einen zweiten Test durchführt, und das sollte es auch nicht", sagte Ministerpräsident Michail Fradkow nach einem Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen in Seoul.

China rief Nordkorea zur Zurückhaltung auf. Die Regierung in Pjöngjang solle alles unterlassen, was "die Spannungen verschärfen" könne, erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Dienstag. Das Außenministerium dementierte zudem Berichte, wonach China nach dem nordkoreanischen Atomtest jetzt einen Zaun an der 1300 Kilometer langen gemeinsamen Grenze errichte. "Wir haben mit dem Bau in den 1990-er Jahren begonnen, um die Kontrolle im Grenzgebiet zu verbessern", sagte Ministeriumssprecher Liu Jianchao. Es sei nicht richtig, den Grenzzaun in Zusammenhang mit der aktuellen Situation in der Demokratischen Volksrepublik Korea zu stellen. (stu)

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