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Asien

Nordkorea droht bei Raketentest Eiszeit

Die Regierung in Nordkorea gerät wegen eines geplanten Raketenstarts immer stärker unter Druck: Japan versetzt seine Truppen in Alarmbereitschaft. Die USA und Russland mahnen Nordkorea zum Verzicht auf den Test.

Eine Rakete startet aus Rauchwolke und mit Feuerschweif -- Archivfoto (Foto: ap)

Einen Bilderbuchstart wie diesen wünscht Nordkoreas Regierung sich für ihre eigene Rakete

Japans Verteidigungsminister Yasukazu Hamada hat nach eigenen Angaben befohlen, das Feuer auf die Rakete zu eröffnen, falls diese japanisches Territorium bedrohen sollte. "Wir haben einen Zerstörungsbefehl erteilt", sagte er am Freitag (27.03.2009). "Wir werden sicherstellen, dass alles eliminiert wird, was uns Schaden zufügen könnte." Dazu würden die Streitkräfte Boden-Luft-Raketen an die Nordküste verlegen, und zwei Kriegsschiffe mit Abfangraketen würden ins Japanische Meer entsandt.

Ungewiss ist allerdings, ob Japan technisch in der Lage wäre, eine nordkoreanische Rakete beziehungsweise deren Trümmerteile zu treffen.

Unklarer Zweck des Tests

Nordkorea will nach Regierungsangaben mit einer Langstreckenrakete zwischen dem 4. und 8. April einen Satelliten ins All bringen. Bereits 1998 hatte Nordkorea eine Rakete über japanisches Gebiet fliegen lassen und später von einem Satellitenstart gesprochen.

US-Außenministerin Hillary Clinton am Rednerpult (Foto: picture alliance)

Hillary Clinton warnte: Einen Raketenstart würde sie als Provokation werten

Ausländische Beobachter glauben die Darstellung Nordkoreas nicht. Die USA, Japan und Südkorea werfen der Regierung in Pjöngjang vor, lediglich neue Raketentechnik erproben zu wollen und damit gegen eine UN-Resolution zu verstoßen. Einem Medienbericht zufolge handelt es sich vermutlich um eine Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-2, die Pjöngjang bereits 2006 erfolglos getestet habe und die theoretisch bis an die US-Westküste reiche.

Weißes Haus: "Provokation"

Die US-Regierung rief Nordkorea auf, den Raketenstart abzusagen. Andernfalls fühle die US-Regierung sich von Nordkorea provoziert, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, am Donnerstag. Neue Sanktionen gegen Nordkorea könnten die Folge sein. Ähnlich äußerte sich US-Außenministerin Hillary Clinton. Nach ihrer Einschätzung wäre ein Raketenstart zudem ein Verstoß gegen eine UN-Resolution von 2006. In der 2006 verabschiedeten UN-Resolution 1718 wird Nordkorea zum Stopp seines Atomprogramms und zur Beendigung von Raketentests aufgefordert.

Nach einem TV-Bericht bereiten US-Militäreinheiten sich in der Region auf einen möglichen Raketenflug vorb. Der US-Fernsehsender CNN berichtete, es handele sich dabei um einen routinemäßigen Einsatz von US-Marineschiffe in der Region. Die Schiffe seien mit dem Aegis-Radarsystem ausgerüstet. Sie seien ohnehin zum Einsatz im Japan-Meer vorgesehen gewesen und vorbereitet, gegebenenfalls den Verlauf eines Raketenstarts zu verfolgen oder auch mehr zu unternehmen, zitierte CNN einen Marinevertreter.

Russland rät ab

Auch die russische Regierung hat Nordkorea inzwischen zum Verzicht auf den Raketenstart geraten. Die Lage in der Region sei gespannt. Es sei darum besser, wenn die Führung in Pjöngjang von dem Vorhaben abließe, sagte der stellvertretende Außenminister Alexei Borodawkin am Freitag in Moskau.

Die südkoreanische Regierung sprach von einer Provokation und einer Gefahr für die Sicherheit in der Region im Nordosten Asiens. Ein Sprecher des Seouler Außenministeriums drohte mit der Anrufung des UN-Sicherheitsrates.

Sechs-Nationen-Gespräche gefährdet

Nordkorea reagierte erbost auf die Drohungen Südkoreas und der USA. Allein etwaige Beratungen im UN-Sicherheitsrat würden das Land veranlassen, die Sechs-Nationen-Gespräche über sein Atomprogramm zu beenden, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang. 2007 hatten Nordkorea, Südkorea, China, Japan, Russland und die USA vereinbart, dass das nordkoreanische Atomprogramm stufenweise beendet wird. Als Gegenleistung sollte Pjöngjang unter anderem Heizöllieferungen erhalten. Die US-Regierung strich Nordkorea von ihrer Liste der "Schurkenstaaten". Die Umsetzung der Vereinbarung geriet jedoch immer wieder ins Stocken. (mas/hp/ap/afp/dpa)

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