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Ernährungskrise

Nordkorea drohen nach Dürre massive Ernteausfälle

Die Versorgungslage in Nordkorea ist aufgrund der Abschottung des Landes ohnehin schwierig. Nun könnte sie sich nach einem UN-Bericht deutlich verschärfen. Grund dafür ist die schwerste Dürre seit 16 Jahren.

Dürre in Nordkorea (picture-alliance/Zumapress/Xinhua/KCNA)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beim Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes im September 2016

Laut dem Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist die Produktion von Nutzpflanzen in Nordkorea durch die Dürre "schwer beeinträchtigt" worden. Von April bis Juni sei in den wichtigsten Anbaugebieten weniger Regen gefallen als 2001. Damals war die Getreideproduktion auf fast zwei Millionen Tonnen Reis gesunken.

Die Juni-Ernte ging dem Bericht zufolge bereits um 30 Prozent zurück. Die Pflanzen, darunter Weizen, Gerste und Kartoffeln, hätten sich vermutlich aufgrund zu spät einsetzender Niederschläge nicht normal entwickeln können.

Laut der Organisation sind Nutzpflanzen in der Zeit von Mai bis September eine wichtige Nahrungsquelle für die Nordkoreaner. Um besonders hilfsbedürftige Menschen wie Kinder und Ältere ausreichend versorgen zu können, sei das Land in den nächsten drei Monaten auf größere Nahrungsmittelimporte oder -spenden angewiesen.

Zwei von fünf Nordkoreanern unterernährt

Der FAO-Vertreter in China und Nordkorea, Vincent Martin, sagte in einem Statement, sofortige Maßnahmen seien notwendig, "um die betroffenen Landwirte zu unterstützen und zu verhindern, dass die am stärksten gefährdeten Menschen zu unerwünschten Bewältigungsstrategien wie der Reduzierung der täglichen Nahrungsaufnahme greifen".

Nordkorea ist nach mehreren Naturkatastrophen und aufgrund der eigenen Misswirtschaft seit Jahren auf Nahrungshilfe von außen angewiesen. In den 1990er Jahren erlebte das Land eine schwere Hungersnot. Nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) sind die Nahrungsspenden aus dem Ausland zuletzt massiv zurückgegangen. In dem wirtschaftlich maroden, aber militärisch hochgerüsteten Land sei die Ernährungssicherheit für 70 Prozent der 25 Millionen Einwohner gefährdet. Schon jetzt seien zwei von fünf Nordkoreanern unterernährt.

hk/jj (dpa, rtr)

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