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Aktuell Welt

Nordkorea blamiert sich bei seinem Raketenstart

Der vom kommunistischen Nordkorea groß angekündigte Raketenstart ist fehlgeschlagen. Dennoch muss das Land mit Konsequenzen rechnen.

Nach Angaben der Regierungen Japans und Südkoreas ist die nordkoreanische Rakete schon wenige Minuten nach dem Start auseinandergebrochen und ins Meer gestürzt. Das Regime in Pjöngjang bestätigte den Fehlstart. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete unter Berufung auf Militärkreise, Teile der Rakete seien wahrscheinlich rund 200 Kilometer südlich der südkoreanischen Hafenstadt Kunsan ins Gelbe Meer gestürzt. Die erste Stufe habe sich offenbar nicht von der zweiten Stufe der Rakete getrennt.

Pjöngjang schweigt

Nach früheren Angaben der nordkoreanischen Führung sollte die Rakete einen Beobachtungssatelliten in eine Erdumlaufbahn bringen. Die USA, Südkorea und Japan hatten den zivilen Hintergrund jedoch bezweifelt. Ähnlich wie bei einem angeblichen Satellitenstart Nordkoreas vor drei Jahren sahen die drei Länder in dem Vorhaben den verschleierten militärischen Test einer Interkontinentalrakete, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Derartige Raketentests hat der UN-Sicherheitsrat dem kommunistischen Land jedoch untersagt.

Die Regierungen unter anderem in Washington, Seoul, Tokio und Moskau verurteilten den Raketenstart als Provokation und Bedrohung für die regionale Sicherheit. Aus US-Regierungskreisen verlautete, die amerikanischen Lebensmittelhilfen für das verarmte Nordkorea würden vorerst eingestellt.

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Westerwelle verurteilt Raketenstart

"Deutliche Antwort"

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach von einer "flagranten Verletzung internationaler Verpflichtungen" durch die nordkoreanische Regierung. Der Raketenstart gefährde die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel, sagte Westerwelle bei einem Besuch in New York. Der UN-Sicherheitsrat müsse eine "deutliche Antwort" auf diese Verletzung des Völkerrechts geben. Der Rat wird sich voraussichtlich an diesem Freitag mit Nordkorea befassen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit Militärs (Foto: AP)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit Militärs

Der Raketenstart fällt zusammen mit der Konsolidierung der Macht des neuen starken Mannes in Pjöngjang, Kim Jong Un. Am Mittwoch wurde er bei einer Konferenz der herrschenden kommunistischen Arbeiterpartei zum ersten Sekretär und damit praktisch zum Chef der Partei berufen. Der vermutlich noch nicht 30-Jährige hatte Ende 2011 die Nachfolge seines verstorbenen Vaters und langjährigen Machthabers Kim Jong Il angetreten. Auf der an diesem Freitag beginnenden jährlichen Sitzung des nordkoreanischen Parlaments wird Kim Jong Un aller Voraussicht nach auch formell als neues Staatsoberhaupt eingeführt.

wl/hp (dpa, afp, dapd, rtr)

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