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Nordkorea bietet Südkorea Gespräche an

Nordkorea hat Südkorea überraschend Gespräche zur Beilegung bestehender Konflikte angeboten. Nachdem das Verhältnis beider Länder in den vergangenen Monaten sehr angespannt war, ist dies nun ein Signal der Entspannung.

Politiker und Offizielle aus Nord- und Südkorea schütteln sich die Hand (Foto: AP)

Nord- und Südkorea scheinen sich immer näher zu kommen

Die Regierung in Pjöngjang hat dem Nachbarland Südkorea Gespräche zwischen Militärvertretern vorgeschlagen. Man wolle über die umstrittene Grenzlinie der beiden Staaten und über die Verbreitung Südkoreas von anti-nordkoreanischem Propagandamaterial über Nordkorea reden, teilte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums in Seoul am Donnerstag (16.09.2010) mit. Derzeit berieten die zuständigen Stellen, ob das Gesprächsangebot angenommen werden solle.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete derweil unter Berufung auf Regierungskreise, das Angebot werde wahrscheinlich zurückgewiesen.

Drastische Entscheidungen

Südkoreas Präsident Roh Moo-hyun und Nordkoreas Präsident Kilm Jong Il stoßen bei einem Treffen am 04.10.2007 mit Weingläsern an (Foto: AP)

Nord- und Südkorea in einem friedlichen Moment im Jahr 2007

Im Oktober 2008 hatten die letzten Gespräche zwischen Nord- und Südkorea auf Militärebene stattgefunden. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind vor allem seit der Versenkung des südkoreanischen Kriegsschiffes "Cheonan" im vergangen März schwer belastet. Bei dem Unglück starben 46 Soldaten. Südkorea und die USA warfen Nordkorea vor, das Schiff versenkt zu haben, Pjöngjang wies dies jedoch zurück.

Südkoreas Staatschef Lee Myung Bak hatte im August einen Plan zur Wiedervereinigung der geteilten Halbinsel vorgelegt und Nordkorea zu einem Entgegenkommen aufgefordert. Nordkorea müsse "der Realität ins Auge schauen, einen mutigen Wandel vollziehen und eine drastische Entscheidung treffen", sagte Lee bei einer Rede zum Ende der japanischen Kolonialherrschaft über Korea im Jahr 1945.

Die beiden koreanischen Staaten müssten die Teilung überwinden und eine "friedliche Wiedervereinigung" anstreben. Zugleich warnte Lee Nordkorea vor weiteren "militärischen Provokationen". Diese würde Südkorea nicht tolerieren.

Versöhnliche Gesten

Lastwagen wird mit Hilfsgütern geladen (Foto:AP)

Ein Lastwagen wird mit Hilfsmitteln für Nordkorea beladen

Zuletzt hatte es aber immer mehr versöhnliche Gesten zwischen den beiden Staaten gegeben. Nordkorea hatte in der vergangenen Woche ein vor seiner Küste aufgebrachtes Fischerboot aus Südkorea samt siebenköpfiger Besatzung wieder freigegeben.

Südkorea hatte sich außerdem am Montag dazu bereit erklärt, Nordkoreas Bitte um Hilfslieferungen von Reis und Zement nach schweren Überschwemmungen im Land zu erfüllen. Der südkoreanische Rot-Kreuz-Verband hatte angekündigt, 5000 Tonnen Reis sowie 10.000 Tonnen Zement für Wiederaufbauarbeiten in den betroffenen Gebieten an der Grenze zu China zu schicken.

Der Wunsch Nordkoreas nach schweren Baugeräten sei allerdings eine Angelegenheit, mit der sich die Regierung in Seoul noch befassen müsse, sagte Südkoreas Rotkreuzchef Yoo Chong Ha.

Die Rot-Kreuz-Verbände beider Länder wollen am Freitag über neue Begegnungen zwischen Familienangehörigen reden, die seit Jahrzenten getrennt leben. Durch die Teilung der koreanischen Halbinsel 1945 und den Koreakrieg von 1950 bis 1953 waren Millionen Familien getrennt worden.

Autorin: Mona Hefni (dpa, afp, rtr, dapd)
Redaktion: Ursula Kissel

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