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Politik

Nordallianz greift Taliban-Stellungen im Nordosten Afghanistans an

Nach der Einnahme der Stadt Masar-i-Scharif haben die Truppen der oppositionellen Nordallianz am Samstag Stellungen der Taliban rund um Dascht-i-Kala im Nordosten des Landes angegriffen.

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Die Nordallianz feuerte nach Angaben einer Augenzeugin pausenlos mit schwerer Artillerie auf Taliban-Stellungen. Die Taliban schossen daraufhin Granaten auf Dascht-i-Kala ab, das von der Nordallianz gehalten wird. US-Kampfbomber griffen Taliban-Positionen rund um die Stadt aus der Luft an.

Bei den US-Angriffen rund um Dascht-i-Kala wurden nach Angaben von Augenzeugen in den vergangenen zwei Wochen so viele Taliban-Kämpfer getötet, dass die Leichen nicht mehr beerdigt wurden. Flüchtlinge berichteten, sie hätten nach einem einzigen Angriff mehr als 100 Leichen gesehen. "Es waren so viele, dass sie (die Taliban) sie nicht einsammeln konnten und sie einfach liegen ließen", sagte ein Mann, der aus dem Taliban-Gebiet nach Dascht-i-Kala geflohen war. Die Angaben der Flüchtlinge konnten nicht überprüft werden.

Taliban bestätigten Fall von Masar-i-Scharif

Die Taliban hatten am Samstag den Verlust der strategisch wichtigen Stadt Masar-i-Scharif an die Nordallianz eingeräumt. Der Direktor der Taliban-Nachrichtenagentur Bachtar, Abdul Henan Hemat, sagte, das siebentägige Dauerbombardement der USA habe dazu geführt, dass sich die Taliban-Einheiten aus der Stadt zurückgezogen hätten.

Ein Sprecher der Nordallianz erklärte am Samstag, Masar-i-Scharif sei vollständig in den Händen der Opposition. "Heute Morgen ist die Stadt ruhig. Es gibt keine Kämpfe. Die Taliban sind abgezogen", erklärte Karim Chalili. Die Kämpfer der Allianz seien von den Bewohnern der Stadt freundlich begrüßt worden, sagte ein anderer Sprecher der Koalition. "Sie halfen unseren Truppen, sich in der Stadt zu bewegen, und gaben ihnen Lebensmittel und Informationen", sagte Mohammed Haschan Saad.

US-Außenminister Colin Powell hat sich unterdessen dagegen ausgesprochen, dass die Nordallianz bei einer Vertreibung der Taliban die Kontrolle über die Hauptstadt Kabul übernehmen solle. Die Bewohner Kabuls misstrauten der Nordallianz, sagte Powell. Deshalb sollte die Stadt zu einem neutralen Territorium erklärt werden. Dafür gebe es in der Geschichte viele Beispiele.

Ist bin Laden im Besitz von Atomwaffen?

Der mutmaßliche Terroristenführer Osama bin Laden behauptete unterdessen einer pakistanischen Zeitung zufolge in einem Interview, im Besitz von atomaren und chemischen Waffen zu sein. Er habe mit deren Einsatz gedroht, falls die USA ähnliche Waffen gegen ihn richteten, berichtete am Samstag die Zeitung "Dawn". Geführt hat das Interview der Taliban-nahe Journalist und Bin-Laden-Biograf Hamid Mir. Die USA haben nach eigenen Angaben keinerlei Beweise dafür, dass bin Laden im Besitz von Atomwaffen ist.

  • Datum 10.11.2001
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1M0n
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