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Politik

Nord- und Südkorea unterzeichnen Friedenserklärung

Das zweite innerkoreanische Gipfeltreffen ist mit der Unterzeichnung einer Friedenserklärung zu Ende gegangen. Die beiden Länder, die sich offiziell im Kriegszustand befinden, wollen zudem ihre Beziehungen verbessern.

Kim Jong Il (r.) und Roh Moo Hyun prosten sich nach der Unterzeichnung zu, Quelle: AP

Kim Jong Il (r.) und Roh Moo Hyun prosten sich nach der Unterzeichnung zu

Propagandaspektakel zum Gipfel: Arbeiter und Studenten in Pjöngjang, Quelle: AP

Propagandaspektakel zum Gipfel: Arbeiter und Studenten im Stadion von Pjöngjang

Die Präsidenten Nord- und Südkoreas, Kim Jong Il und Roh Moo Hyun, haben sich zum Abschluss ihres historischen Gipfels für einen Friedensvertrag und das Ende des nordkoreanischen Atomprogramms ausgesprochen. "Der Süden und der Norden sind sich einig, dass sie das derzeitige System des Waffenstillstands beenden und ein dauerhaftes Friedenssystem schaffen sollten", zitierte der Reporterpool in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang am Donnerstag (4.10.07) aus einer Abschlusserklärung Kims und Rohs.

Laut der Erklärung wollen Nord- und Südkorea künftig eng zusammenarbeiten, um die militärischen Feindseligkeiten auf der koreanischen Halbinsel zu beenden und den Frieden zu sichern. Kim und Roh setzten nach dreitägigen Gesprächen in Pjöngjang ihre Unterschrift unter das Dokument.

Durchbruch bei Atomgesprächen

Die beiden Koreas hatten nach dem Ende des Korea-Kriegs (1950-1953) nur einen Waffenstillstand geschlossen, jedoch keinen Friedensvertrag. Damit befinden sie sich formell nach wie vor im Kriegszustand. Einem Friedensvertrag müssten auch die Schutzmächte USA und China zustimmen.

Massentanz am 3. Oktober im Stadion von Pjöngjang, Quelle: AP

Massentanz am 3. Oktober im Stadion von Pjöngjang

In ihrer Schlussdeklaration vereinbarten Kim und Roh zudem gemeinsame Bemühungen zur reibungslosen Beendigung des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms. Zuvor hatten bereits die Sechs-Parteien-Gespräche um das Atomprogramm einen Durchbruch gebracht. Der stalinistische Staat sicherte in Peking zu, bis zum Jahresende seinen umstrittenen Nuklearkomplex in Yongbyon unbrauchbar zu machen.

Weitere Treffen geplant

Ferner will Nordkorea bis dahin sein Atomprogramm "vollständig und korrekt" offenlegen. Im Gegenzug erhält das verarmte Land umfangreiche Wirtschafts- und Energiehilfen. Gastgeber China veröffentlichte das Abschlussdokument der am Sonntag beendeten Verhandlungsrunde am Mittwoch in Peking. US-Präsident George W. Bush und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßten die Einigung.

In Pjöngjang vereinbarten Kim Jong Il und Roh Moo Hyun, dass sich beide Seiten häufiger zu Gipfelbegegnungen treffen würden. Ein Zeitrahmen wurde aber nicht genannt. Im November sei ein Treffen der Ministerpräsidenten Nord- und Südkoreas in Seoul geplant.

Ihre Wirtschaftsbeziehungen wollen die beiden Länder mit einem regelmäßigen Güterverkehr auf der Schiene über die immer noch stark gesicherte Grenze hinweg verbessern. Außerdem vereinbarten sie eine gemeinsame Fischereizone entlang der zwischen beiden Staaten strittigen Seegrenze.

Unterkühlte Atmosphäre zu Beginn

Nach der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung schüttelten die beiden Staatschefs vor den Fotografen die Hände. Der südkoreanische Präsident Roh ergriff danach mit seiner linken Hand Kims rechte Hand und streckte seinen und Kims Arm wie bei Boxern in die Höhe.

Der Besuch Rohs hatte am Dienstag in unterkühlter Atmosphäre begonnen. Dabei kamen die beiden Präsidenten lediglich zu einer zwölfminütigen Begrüßungszeremonie zusammen. Roh legte die 200 Kilometer weite Fahrt von Seoul nach Pjöngjang mit dem Auto zurück. An der Grenze zum Norden unterbrach er die Reise und überschritt bei Stadt Kaesong zu Fuß die Demarkationslinie, die dort ein gelber Streifen mit der Aufschrift "Frieden" und "Wohlstand" markiert. "Diese Linie ist eine Mauer, die unsere Nation seit einem halben Jahrhundert geteilt hat", sagte Roh. "Diese Mauer wird fallen." (stu)

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