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Kultur

Nominierte für den Turner-Preis bekannt gegeben

Achtung im Feuilleton! Ab jetzt wird wieder debattiert. Die Jury des Turner-Preises - einem der renommiertesten Kunstpreise der Welt - hat eine erstaunlich konservative Auswahl nominiert.

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Die Tate Modern in London zeigt die nominierten Kunstwerke

Zum ersten Mal in fünf Jahren gehört mit Gillian Carnegie wieder eine Malerin zu den am Donnerstag (2.6.) in London Nominierten. Die 1971 geborene Carnegie ist bekannt für Stillleben von welkenden Blumen. Ausgewählt wurde zudem Konzeptkünstler Darren Almond für seinen "Bus Stop 1999", das er ein "stilles Denkmal" für den Holocaust nennt, und die Skulpturisten Simon Starling, der aus den Aluminium-Teilen eines Stuhles ein Fahrrad baute und Jim Lambie für seine psychedelischen Plattenspieler.

"Vielfalt von Talenten"

Tate-Director Nicholas Serota sagte, das Quartett der Auserwählten habe in diesem Jahr mit erfolgreichen Ausstellungen in Europas und den USA für Aufsehen gesorgt. "Die Auswahl zeigt die Außerordentliche Vielfalt von Talent und Erfahrung in der britischen Kunst", sagte Serota.

Der mit 25.000 Pfund (37.000 Euro) dotierte Turner-Preis ist einer der renommiertesten Kunstpreise der Welt. Die Preisvergabe löst fast in jedem Jahr eine hitzige Debatte über moderne Kunst aus. Diesmal vielleicht, weil die nominierte Malerin Carnegie nicht gerade als avantgardistisch gilt - und von den Buchmachern auch noch zur Favoritin erklärt wurde.

"Tradition des Unorthodoxen"

"Vielleicht gehen wir ja ein Risiko ein, dass wir den konventionellsten der vier Nominierten als Favoriten für einen Preis ausgewählt haben, der normalerweise Kontroversen auslöst", meint Graham Sharp, Sprecher der englischen Buchmacher. "Aber vielleicht ist ja Tradition das neue Unorthodoxe."

Unorthodox waren auf jeden Fall in den letzten Jahren des Öfteren die Reaktionen auf die Bekanntgabe der Turner-Preis-Träger. Madonna etwa fluchte bei der Preisübergabe 2001 live im Fernsehen über den Gewinner Martin Creed, der die Jury mit einem Raum überzeugen konnte, in dem eine Glühbirne an und aus ging. 1998 gewann Chris Ofili mit einer Figur der Heiligen Maria aus Elefanten-Dung. Damien Hirst gewann 1995 mit einem eingelegten Schaf.

Die Nominierten werden ihre ausgewählten Werke ab Oktober der Öffentlichkeit präsentieren. Die Schau zieht jährlich bis zu 100.000 Besucher in das Tate-Museum, bevor am 5. Dezember der Preisträger bekannt gegeben wird. (sams)

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