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Wirtschaft

Nokias Markt-Eroberer räumt den Chefsessel

Der Architekt des Erfolges geht: Nokias Konzernchef Jorma Ollila, der den Handy-Hersteller an die Weltmarktspitze führte, gibt sein Amt ab - nach mehr als 13 Jahren. Warum, dazu schweigt das Unternehmen.

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Nokia-Chef Jorma Ollila machte den Konzern zum Handy-Marktführer

Nach mehr als einem Jahrzehnt an der Spitze des Handy-Weltmarktführers Nokia tritt Jorma Ollila zum 1. Juni 2006 ab. Allerdings verlässt er das Unternehmen nicht ganz: Der 54-Jährige will im Aufsichtsrat bleiben. Sein Nachfolger wird der bisherige Leiter der Handy-Sparte, der 52-jährige Olli-Pekka Kallasvuo. Er arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren bei Nokia, zehn Jahre lang war er Finanzchef.

Kampfplatz Handy-Branche

Nokia Olli-Pekka Kallasvuo Porträtfoto neuer Vorstandsvorsitzender

Der neue Vorstandschef von Nokia: Olli-Pekka Kallasvuo

Der neue Mann an der Nokia-Spitze übernimmt den Konzern zwar mit ordentlichen Gewinnen, aber nicht ohne Probleme. Denn in der Handy-Branche herrscht Preiskampf. Das drückt die Einnahmen. Das operative Ergebnis der Handy-Sparte, die nach wie vor den Großteil des Konzerngewinns erwirtschaftet, sank im zweiten Quartal trotz hervorragender Verkäufe um zwei Prozent auf 789 Millionen Euro. Nokia hatte auch trübe Aussichten für das dritte Quartal 2005 gemeldet.

Jetzt soll Kallasvuo das Ruder herumreißen. Schon ab 1. Oktober 2005 wird er das operative Geschäft von Nokia leiten. "Der Verwaltungsrat ist überzeugt, dass Olli-Pekka Kallasvuo mit seinen Referenzen in der Industrie und seiner mehr als 20-jährigen Erfahrung bei Nokia die nötige Führungsfähigkeit für das Unternehmen mitbringt", erklärte Verwaltungsratsvize Paul Collins. Wer dann Kallasvuos Platz als Leiter der Handy-Sparte einnehmen wird, ist noch offen.

Vom Gummistiefel zum Telefon

Nokia

Trotz starker Verkäufe: Der Preiskampf nagt an Nokias Gewinnen in der Handy-Sparte

Ollila, der nach mehr als 13 Jahren an der Konzernspitze geht, verwandelte das behäbige finnische Industriekonglomerat in den weltgrößten Handy-Konzern. Nokia produzierte damals auch noch Gummiartikel, Kabel und Bildröhren - die Zweige wurden abgestoßen, so wie schon zuvor der Forstbereich, mit dem Nokia einst startete. 1994 gab Ollila die Strategie aus, Nokia solle sich komplett auf die Mobilfunkbranche konzentrieren.

Aufwärts trotz Trendverspätung

Nokia Stiefel

Die Gummistiefel stehen bei Nokia nicht mehr im Mittelpunkt

Doch die ersten Jahre waren holprig: Die Finnen hatten mit Problemen bei Qualität und Logistik sowie Lieferengpässen zu kämpfen. Dann überholte Nokia aber seine Konkurrenten und übernahm 1998 die Weltmarktspitze. Damals verkaufte Nokia 40,8 Millionen Handys - 2005 dürften es etwa 250 Millionen werden. Im Jahr 2004 erhielt Nokia jedoch einen Dämpfer auf dem ständigen Weg nach oben: Weil das Unternehmen einige wichtige Trends wie Klapptelefone verschlafen hatte, stürzte der Marktanteil von bis zu 40 Prozent zeitweise sogar unter die 30-Prozent-Marke.

Doch mit einer Modelloffensive konnte Nokia sich wieder berappeln und wieder einen Marktanteil über 30 Prozent und hohe Gewinne vorweisen. Der Aufbau der neuen UMTS-Mobilfunknetze ist ebenfalls ertragreich.

Auch Nokia-Präsident Pekka Ala-Pietilä - ein wichtiger Weggefährte Ollilas - kündigte übrigens sein Ausscheiden aus dem Unternehmen zum 1. Februar 2006 an. Er gehe aus persönlichen Gründen. (reh)

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