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Wissen & Umwelt

Nofretete zeigt ihr zweites Gesicht

Büste der altägyptischen Königin Nofretete

So soll Nofretete ausgesehen haben.

Nicht viele Frauen schaffen es, in ihrem Alter noch so gut auszusehen. Die Rede ist von der rund 3300 Jahre alten Büste der ägyptischen Pharaonengemahlin Nofretete. Weltberühmt ist sie und momentan im Alten Museum auf der Berliner Museumsinsel zu bewundern.

Hinter ihrer äußeren Schönheit versteckt sich allerdings ein zweites Gesicht, wie Forscher am Berliner Imaging Science Institute durch Röntgenaufnahmen zeigen konnten.

Eigentlich sollten die Aufnahmen im Computer-Tomographen nur dazu dienen, den fragilen Zustand der Büste zu untersuchen. Dann zeigte sich den Forschern jedoch hinter dem Gips-Gesicht der „schönsten Frau der Welt“ ein weiteres Abbild aus Kalkstein. Dieses war keineswegs nur ein formgebender Rohling, sondern stand der oberen Schicht in Detailreichtum in nichts nach. Im endgültigen Abbild seien nur einige Falten um den Mund kaschiert und die Nase begradigt worden, dafür kamen einige Fältchen um die Augen dazu. Bei der Modelierung der Büste ging es generell „nicht um eine idealisierte Darstellung, sondern um Realismus“, so Prof. Dietrich Wildung, Direktor des Ägyptischen Museums in Berlin.

Allerdings zeigten die Röntgenaufnahmen auch, dass die Materialen der Büste untereinander sehr schlecht verbunden sind. Sie ist somit stark vibrations- und berührungsempfindlich.

Nofretete lebte um das Jahr 1350 vor Christus an der Seite ihrer Mannes, des Pharaos Echnathon. Der deutsche Archäologe Ludwig Borchardt entdeckte ihre Büste 1912 bei Ausgrabungen in der Wüste von Amarna und brachte sie ein Jahr später nach Deutschland.