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Kultur

Noel fordert 50 Tote

Er ist mit elf Stundenkilometern zwar nicht besonders schnell, aber trotzdem gefährlich: 50 Todesopfer hat der Tropensturm "Noel", der in der Karibik wütet, gefordert. Bisher.

Ein Mann trägt sein Kind durch die Fluten bei Port-au-Prince auf Haiti (30.10.2007, Quelle: AP)

Tausende Menschen haben auf Haiti ihre Häuser verloren und fliehen vor den Fluten

Der gefährliche Tropensturm "Noel", der seit Tagen durch die Karibik zieht, hat bisher 50 Menschen das Leben gekostet. Nach Medienberichten aus der Dominikanischen Republik und dem Nachbarstaat Haiti auf der Insel Hispaniola gehen die Behörden davon aus, dass die Zahl der Toten noch steigen wird. Viele Bewohner würden noch vermisst, hieß es am Mittwoch (31.10.2007).

Tropensturm in der Karibik (Grafik: AP)

Der Sturm könnte sich im Bereich der Bahamas wieder verstärken

Weite Gebiete sind nach lang anhaltenden Regenfällen überflutet. Bislang haben die Behörden noch keine Entwarnung gegeben. Am Mittwochvormittag zog der Sturm von Kuba aus langsam wieder aufs Wasser hinaus. Die Meteorologen befürchten, dass er sich im Bereich der Bahamas wieder verstärken könnte.

Alarmstufe Rot in 27 Provinzen

In der Dominikanischen Republik gilt nach Angaben der Behörden in 27 Provinzen weiter die höchste Alarmstufe. Mehr als 25.000 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, berichtete der Sprecher der Katastrophenbehörde, Ramon Francisco Rodriguez. Die Zahl der Todesopfer in der Dominikanischen Republik wurde mittlerweile auf 30 heraufgesetzt. Weitere 15 Menschen würden vermisst, teilte das Katastrophenschutzzentrum in Santo Domingo mit. Die Opferzahl dürfte weiter steigen. Allein in der Provinz San Cristobal rechneten die Behörden mit 25 Toten.

Auch in Haiti mussten tausende Menschen ihre Häuser verlassen. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, viele Haitianer galten noch als vermisst. Opfer wurden von über die Ufer getretenen Flüssen mitgerissen, andere von Schlammlawinen verschüttet. Wegen des aufgeweichten Bodens kam es in den Bergregionen im Westteil der Insel Hispaniola zu Erdrutschen, in den Niederungen traten die Flüsse über die Ufer und überschwemmten weite Gebiete. Tausende Häuser und Hütten stehen seit Montag unter Wasser, Brücken und Straßen wurden zerstört. Zahlreiche Dörfer und Gemeinden waren von der Außenwelt abgeschnitten. Schwere Schäden entstanden vor allem in der Landwirtschaft.

Menschen fliehen vor den Fluten bei Port-au-Prince auf Haiti (30.10.2007, Quelle: AP) In this photo released by United Mision in Haiti, MINUSTAH, residents struggle to cross a flooded street due to heavy rains caused by tropical storm Noel, in la Plaine, Port-au-Prince, Tuesday, Oct. 30, 2007. (AP Photo/Logan Abassi, MINUSTAH) ** NO SALES **

De Flüsse traten über die Ufer - Tausende Häuser und Hütten stehen unter Wasser

Armenviertel zerstört

Bei zwei der Opfer in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince handelte es sich um eine Frau und ihre 14-jährige Tochter, die ums Leben kamen, als ein umgestürzter Baum ihr Wohnhaus zum Einsturz brachte. Zwei Jungen wurden bei dem Vorfall verletzt. Wegen der seit zwei Tagen andauernden Regenfälle wurden nach Angaben eines Augenzeugen mehrere Armenviertel von Port-au-Prince zerstört. Blauhelmsoldaten der UN-Mission in Haiti leisteten den Betroffenen Unterstützung. Schulen und Behörden blieben geschlossen.

Die Windgeschwindigkeiten im Wirbel des Tropensturms erreichten nach Messungen des nationalen Hurrikanzentrums in Miami (USA) am Mittwoch etwa 65 Stundenkilometer mit einzelnen stärkeren Böen. Gefährlicher als der Wind ist aber weiterhin der sintflutartige Regen. Nach Berechnungen der Meteorologen bewegt sich "Noel" mit einer Geschwindigkeit von nur elf Stundenkilometern von der Nordostküste Kubas in Richtung nordwestliche Bahamas. Auf Kuba mussten nach Zeitungsberichten allein in den Provinzen Guantánamo und Camagüey Tausende aus ihren Häuser flüchten. Mehrere Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten.

"Noel" ist der 14. tropische Sturm der diesjährigen Hurrikansaison, die am 30. November endet. Tropenstürme werden in der Reihenfolge des Alphabets nach Vornamen benannt. (mg)

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