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Politik

Noch vieles offen

Ein Jahr früher als geplant hat Österreich ein neues Parlament gewählt. In Umfragen liegen die konservative Volkspartei (ÖVP) und die Sozialdemokratische Partei (SPÖ) nahezu gleich auf.

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Wer wird's? Wolfgang Schüssel (ÖVP) oder Alfred Gusenbauer (SPÖ)

Der amtierende Bundeskanzler Wolfgang Schüssel von der konservativen Volkspartei (ÖVP) und der Kandidat der Opposition, Alfred Gusenbauer von den Sozialdemokraten (SPÖ), liefern sich nach ersten Prognosen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ihnen wurden Stimmenanteile von jeweils rund 39 Prozent vorausgesagt. Schüssel und Gusenbauer zeigten sich beide bei der Stimmabgabe zuversichtlich, mit ihrer Partei den ersten Platz erringen zu können.

Briefwähler: Das Zünglein an der Waage?

Entschieden wird die Wahl wahrscheinlich von den etwa 380.000 Briefwählern. Dabei handelt es sich vor allem um im Ausland lebende Österreicher. Bis zum 2. Dezember 2002 müssen ihre Stimmen bei den Behörden eingetroffen sein. Vorher ist auch nicht mit einem amtlichen Endergebnis zu rechnen. Bei den letzten Parlamentswahlen im Jahr 1999 profitierten insbesondere die Konservativen von den Briefwählern. Am Wahlabend lag die ÖVP noch mit 14.000 Stimmen hinter den auf dem zweiten Platz liegenden Rechtspopulisten von der FPÖ zurück. Nach Auszählung der Wahlkarten schrumpfte der Abstand auf 400 Stimmen. Die ÖVP konnte damit ebenso viele Abgeordnete in das Parlament entsenden wie die FPÖ.

Der auch in diesem Jahr zu erwartende äußerst knappe Wahlausgang hat die knapp sechs Millionen Wahlberechtigten mobilisiert: Aus vielen Bundesländern wie Salzburg, Kärnten, Vorarlberg oder der Steiermark meldeten die Wahlbehörden eine deutlich höhere Beteiligung als beim Urnengang vor drei Jahren. Damals hatten am Ende 80 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. In Klagenfurt und Graz mussten sich die Bürger vor den Wahllokalen sogar in Warteschlangen gedulden.

Wer mit wem?

Der große Wahlverlierer dürfte die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) des Rechtspopulisten Jörg Haider sein. Nach Umfragen wurde erwartet, dass sie von knapp 27 Prozent bei der Wahl 1999 auf rund 10 Prozent abstürzt. Haider selbst zeigte sich dagegen am Sonntag bei der Stimmabgabe in Klagenfurt zuversichtlich: "Einen Absturz wird es sicher nicht geben", sagte er. Die FPÖ hatte nach innerparteilichen Querelen die Regierung mit der ÖVP beendet und dadurch die um ein Jahr vorgezogene Parlamentswahl notwendig gemacht.

Für die bisher oppositionellen Grünen wurden nach allen Umfragen ähnliche Stimmanteile wie für die FPÖ vorhergesagt. Daher sind diverse Koalitionen denkbar. SPÖ und Grüne wollen erstmals in der Geschichte des Landes gemeinsam eine Regierung bilden, sollten sie über eine Mehrheit verfügen. Aber auch die Weiterführung der gescheiterten ÖVP-FPÖ-Regierung oder die Neuauflage der traditionellen großen Koalition zwischen ÖVP und SPÖ halten die heimischen Kommentatoren für möglich. (dpa/arn)

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  • Datum 24.11.2002
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