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Fußball

Noch Plätze frei für Europa

Am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga kann sich noch die halbe Liga Hoffnungen auf die Europa League machen. Für Leverkusen bietet sich im Spitzenspiel gegen die Bayern sogar die Chance, in den Titelkampf einzugreifen.

Die Bayern-Mannschaft jubelt nach dem 2:1-Sieg über Schalke (Foto: AP/Martin Meissner)

Auf Triple-Jagd: Die Bayern

Die Bayern blicken auf eine erfolgreiche Woche zurück: Erst der Sieg im Topspiel auf Schalke und die Rückkehr an die Tabellenspitze der Liga, dann der fulminante Champions-League-Auftritt in Manchester mit dem Traumtor von Arjen Robben, was trotz der 2:3-Niederlage für das Weiterkommen ins Halbfinale reichte. "Es war eine der schönsten Niederlagen der Vereinsgeschichte", sagte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. Bleibt abzuwarten, wie viel Kraft das Weiterkommen gekostet hat - nicht nur in den Beinen. "Vielleicht sind wir nicht die beste Mannschaft, aber wir haben sicherlich die beste Mentalität", erklärte Trainer Louis van Gaal nach der Aufholjagd. Im Topspiel gegen den Tabellendritten Bayer Leverkusen darf sich der deutsche Rekordmeister möglichst keine Schlappe leisten, denn der Tabellenzweite Schalke 04 sitzt den Bayern im Nacken. Und auch Leverkusen wittert seine letzte Chance im Kampf um den Titel. Nach drei Liga-Niederlagen in Folge ist sonst nämlich sogar der Champions-League-Platz in Gefahr. "Das Spiel ist eine Herausforderung für uns", so Leverkusens Trainer Jupp Heynckes, der vor allem vor Robben Respekt hat. "Das ist ein Spieler, den man nie ganz in den Griff kriegt."

Schalke bezieht Trainingslager

Schalke-Trainer Felix Magath (Foto: AP/Martin Meissner)

Die Champions League ist das Ziel für Magath

Der ärgste Konkurrent der Bayern heißt FC Schalke 04. Nach dem bitteren 1:2 gegen den deutschen Rekordmeister am vergangenen Spieltag haben die Königsblauen aber - zumindest offiziell - die Titelträume begraben. "Unser Ziel ist ein Champions-League-Platz", erklärte Schalke-Trainer Felix Magath, der seine Spieler in ein Trainingslager in der Nähe von Hannover abkommandierte. "Das hätten wir auch nach einem Sieg gegen die Bayern gemacht. Wir wollen unsere Kräfte bündeln, um noch das Maximale aus der Saison rauszuholen." Gegner Hannover 96 benötigt ebenfalls jeden Punkt - mindestens noch neun aus den restlichen fünf Partien, wenn es nach Trainer Mirko Slomka geht: "Wenn wir gegen Schalke gewinnen und Schalke wird trotzdem Meister, freue ich mich sehr", schmunzelte der frühere Coach der Gelsenkirchener.

Kampf um die europäische Bühne

Lachender Dritter könnte Borussia Dortmund werden, sollte Leverkusen verlieren. Der Tabellenvierte lauert mit nur einem Punkt Rückstand auf einen weiteren Ausrutscher von Leverkusen und schielt auf den Champions-League-Platz. BVB-Trainer Jürgen Klopp kehrt am 30. Spieltag zum ersten Mal in einem Punktspiel an seine alte Wirkungsstätte in Mainz zurück. "Wir wollen den nächsten Schritt machen", kündigte er an. FSV-Trainer Thomas Tuchel rechnet mit einem warmherzigen Empfang für den Ex-Mainzer: "Ich bin nicht neidisch oder eifersüchtig, wenn Jürgen abgefeiert wird." Manager Christian Heidel drohte indessen in einem Kicker-Interview seinen Spielern mit internen Konsequenzen, sollte schon wieder einer des Feldes verwiesen werden: zuletzt hatte es gegen Mainz drei Platzverweise in den letzten sechs Spielen gegeben. Andreas Ivanschitz hatte gegen Nürnberg am vergangenen Spieltag nach 188 Sekunden die schnellste Rote Karte der Bundesliga-Geschichte erhalten.

Dortmund-Trainer Jürgen Klopp (Foto: AP/Michael Probst)

Fünf Jahre Stürmer, sechs Jahre Verteidiger, sieben Jahre Trainer in Mainz: BVB-Trainer Klopp

Auch der Tabellen-Achte Eintracht Frankfurt ist mit 44 Punkten still und heimlich mitten hineingeraten in den Kampf um die Plätze vier bis sechs, die unter Umständen einen Startplatz in der Europa League garantieren, sollte es DFB-Pokalfinalist Werder Bremen am Ende der Saison unter die ersten sechs schaffen. Nur noch einen einzigen Punkt ist die Eintracht vom Hamburger SV auf Platz sechs entfernt. Nach drei Siegen in Folge dämpft Trainer Michael Skibbe aber die Hoffnungen. "Für uns ist schade, dass Wolfsburg und Stuttgart zu früh zu ihrer Leistungsstärke zurückgefunden haben", sagte er vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach. "Aber wir werden alles, wirklich alles daran setzen, unsere Chance zu ergreifen." Frankfurt hat dabei eine bessere Ausgangslage als der VfL Wolfsburg auf Platz neun: Der Deutsche Meister hat einen Zähler weniger. Werder Bremen steht mit 48 Punkten sicher auf Platz fünf und will seine Top-Tor-Quote mit 27 Treffern in der Rückrunde gegen den SC Freiburg ausbauen.

Hertha- und Köln-Fans müssen draußen bleiben

Randalierende Anhänger von Hertha BSC nach dem verlorenen Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (Foto: apn/Kai-Uwe Knoth)

Wegen Randale ausgesperrt: Berliner Fans

Um die Europa League geht es auch für den VfB Stuttgart im Auswärtsspiel bei Hertha BSC. "Das ist fast schon wie in der Sauna, so eng sitzt man da beieinander", stellte der Sportvorstand der Schwaben, Horst Heldt, fest. Seine Stuttgarter haben mit 44 Punkten ebenso viele wie die Frankfurter und wollen in einer ganz speziellen Art "Geisterspiel" die drei Punkte aus der Hauptstadt mitnehmen. Berlin, das Tabellenschlusslicht, muss in dem so wichtigen Heimspiel ohne seine Fans auskommen, das hat der Deutsche Fußball Bund so beschlossen, nachdem mehrere hundert Hertha-Fans im Stadion nach dem Heimspiel gegen Nürnberg (1:2) randaliert hatten. Nur 25.000 Tickets durften an die eigenen Fans verkauft werden, die Ostkurve muss leer bleiben. Nun schauen bis zu 15.000 Fans wenige hundert Meter vom Stadion entfernt bei einem Public Viewing ihren Spielern zu. "Das ist irre und passt zu dieser Saison", erklärte Manager Michael Preetz. Mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Spielen ist der Optimismus zurück bei den Berlinern, die bei einem Heimsieg nach 202 Tagen erstmals wieder die Rote Laterne abgeben können. Allerdings ist mit Stuttgart die beste Rückrundenmannschaft der Liga zu Gast.

Auch die Anhänger des 1. FC Köln müssen draußen bleiben. Der DFB hatte den Verein wegen "unsportlichen Verhaltens der Fans in fünf Fällen" dazu verurteilt, das Auswärtsspiel in Hoffenheim unter Ausschluss der eigenen Fans zu bestreiten. Die 3.000 Plätze im Gästeblock werden nun von Hoffenheim-Fans belegt. Am Sonntag spielen wieder der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg, die am Donnerstag in der Europa League angetreten sind. Hamburg tritt auswärts beim VfL Bochum an. Für "Flaschenwerfer" Paolo Guerrero ist die Saison vorzeitig beendet: Er hatte einen Zuschauer mit einer Trinkflasche beworfen und wurde daraufhin vom DFB für alle restlichen Ligaspiele gesperrt. Wolfsburg spielt beim 1. FC Nürnberg.

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Jens Krepela

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