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Aktuell Nahost

Noch mehr Tote bei Doppelbeben

Zwei schwere Erdbeben haben den Nordwesten des Iran erschüttert. Dabei kamen mindestens 180 Menschen ums Leben. Während die Rettungsarbeiten andauern, warnen die Behörden vor Nachbeben.

Zerstörte Häuser in der iranischen Stadt Ahar (Foto: Mehr, zugestellt von Hossein Kermani)

Zwei schwere Erdbeben haben am Samstag den Nordwesten des Irans erschüttert

Die Zahl der Opfer der beiden schweren Erdbeben in der nordwestiranischen Provinz Aserbaidschan steigt weiter. Wie der iranische Sender Press TV am Sonntagmorgen berichtete, starben nach jüngsten Angaben mehr als 180 Menschen. Die Zahl der Verletzten kletterte auf mehr als 1350.

Zahlreiche Menschen flohen aus Angst aus ihren Häusern auf die Straßen. Die Rettungsmannschaften suchten auch in der Nacht noch verzweifelt nach Überlebenden.

Karte des Iran mit Ort des Erdbebens (Grafik: DW)

Im Nordwesten des Iran bebte die Erde gleich zweimal

Der örtliche Leiter des Krisenstabs, Chalil Saei, sagte im Staatsfernsehen, das Beben in der Nähe des Kaspischen Meeres sei weiträumig zu spüren gewesen. Es habe etliche Nachbeben gegeben, die in der Bevölkerung Panik ausgelöst hätten. Saei rief die Bewohner auf, im Freien zu bleiben und die Nacht in Parks oder öffentlichen Plätzen zu verbringen. Inzwischen wurden 16.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht.

Epizentrum unweit der Großstadt Täbris

Das seismologische Institut der Universität Teheran berichtete, das Hauptbeben um 14.23 Uhr MESZ habe eine Stärke von 6,2 gehabt Das Epizentrum des Erdbebens lag demnach in fast zehn Kilometer Tiefe und etwa 60 Kilometer von der Millionenstadt Täbris entfernt. Nur elf Minuten später ereignete sich ein Nachbeben mit einer Stärke von 6,0.

US-Geologen gaben die Stärke der Beben sogar mit 6,3 und 6,4 an. Das Erdbebengebiet ist rund 190 Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt, die Distanz zu den Grenzen Armeniens und Aserbaidschans beträgt 90 Kilometer.

Medizinisches Personal steht für Hilfseinsätze bereit (Foto: Fars)

Medizinisches Personal steht für Hilfseinsätze bereit

Der Iran liegt in einem seismisch sehr aktiven Gebiet, weil dort mehrere tektonische Platten zusammenstoßen. Im Durchschnitt gibt es in dem Land ein leichtes Erdbeben pro Tag. Der Iran wurde in der Vergangenheit schon von einigen schweren Beben heimgesucht. So kamen in der Stadt Bam im Jahr 2003 etwa 31.000 Menschen ums Leben. Erst im Januar wurden bei einem Erdstoß im Nordosten des Landes mehr als 100 Menschen verletzt.

kle/hp (dpa, afp, rtr, dapd)