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Aktuell Nahost

Noch mehr Siedler-Unterkünfte im Westjordanland

Allen Protesten von Palästinensern und internationaler Gemeinschaft zum Trotz hält Israel an seiner Politik fest. Nun sollen im Norden des Westjordanlandes hunderte neue Wohnungen enstehen.

Israel plant Zeitungsberichten zufolge den Bau hunderter neuer Wohnungen im Norden des Westjordanlands. In der Siedlung Itamar (Foto: Blick auf Itamar) seien annähernd 540 Neubauten geplant, schreiben die Tageszeitungen "Jerusalem Post" und "Haaretz daily". Auch sollten mehr als 130 dort illegal errichtete Wohnungen legalisiert werden. Die Pläne für das Vorhaben seien in den vergangenen Tagen an die örtlichen Behörden übermittelt worden. Erwogen werde zudem der Bau von 550 neuen Wohnungen in Bruchin, einem früheren, ohne Genehmigung errichteten Siedler-Außenposten, heißt es weiter.

540.000 Israelis in Westjordanland und Ost-Jerusalem

Die israelische Siedlungspolitik in den palästinensischen Gebieten ist einer der Hauptgründe dafür, dass der Nahost-Friedensprozess seit dem Jahr 2010 auf Eis liegt. Im besetzten Westjordanland leben rund 340.000 israelische Siedler. Hinzu kommen 200.000 Bewohner von Siedlerblöcken im annektierten Ostteil Jerusalems, wo weiterhin 270.000 Palästinenser wohnen. Es gibt zudem zahlreiche nicht genehmigte Siedlungen.

Die internationale Staatengemeinschaft betrachtet alle jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten als illegal. Sie erkennt zudem die Annektierung Ost-Jerusalems durch Israel im Jahr 1967 nicht an. Die Palästinenser beanspruchen das Westjordanland, Ost-Jerusalem und den Gaza-Streifen als Teil ihres künftigen Staates.

sti/qu (afp)