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Aktuell Welt

"Noch mehr menschliches Leid"

UN-Hochkommissar Guterres ist sich sicher: Die Zahl der Flüchtlinge wird weiter steigen. Deutliche Kritik übt er an der Weltgemeinschaft, für Deutschland hat er allerdings ein Lob parat.

Neue Kriege und die vielen andauernden Konflikte wie in Syrien oder dem Südsudan werden noch mehr Menschen in die Flucht zwingen, wie der Hochkommissar der Vereinten Nationen, António Guterres, glaubt. "Wir müssen von noch mehr menschlichem Leid ausgehen", sagte der Leiter des Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Genf. Ende des Jahres 2013 waren nach Angaben des UNHCR weltweit bereits mehr als 51 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt, Naturkatastrophen und Armut. Es war die größte Zahl an Vertriebenen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

"Ich weiß nicht wo und warum, aber ich gehe von neuen Kriegen im nächsten Jahr aus", so Guterres mit Blick auf das kommende Jahr. In der jüngsten Vergangenheit seien jedes Jahr neue Konflikte ausgebrochen. "Denken sie an die Ukraine und an die Zentralafrikanische Republik, kaum jemand hat das vorausgesagt", erklärte der 65-Jährige, der im nächsten Jahr seine zehnjährige Amtszeit als UN-Hochkommissar für Flüchtlinge beenden wird. Laut UNHCR wurden im Jahr 2011 täglich 14.000 Menschen vertrieben. Diese Zahl sei bis 2013 auf 32.000 vertriebene Menschen pro Tag gestiegen.

Mehr als frustriert

Guterres kritisierte die Unfähigkeit der Weltgemeinschaft, neue Konflikte zu verhindern und anhaltende Kriege zu beenden. "Zu sagen, ich sei darüber enttäuscht und frustriert, ist untertrieben", betonte der frühere portugiesische Regierungschef. Der UN-Sicherheitsrat, das höchste Entscheidungsgremium der Vereinten Nationen, sei in vielen Fällen paralysiert und die internationalen Machtverhältnisse seien unklar geworden.

Ausdrücklich gelobt wurde von Guterres die deutsche Hilfe für Syrien-Flüchtlinge. Die Bundesrepublik habe rund 90.000 Menschen aus dem Land aufgenommen und damit einen "außergewöhnlich großzügigen" Beitrag geleistet. Wenn alle entwickelten Länder wie Deutschland gehandelt hätten, wären viel weniger Syrer in einer dramatischen Lage als heute, sagte der Hochkommissar. Derzeit sind mehr als 3,3 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus Syrien auf der Flucht vor dem 2011 entfachten Bürgerkrieg. Die meisten von ihnen sind in den Nachbarländern Türkei, Libanon, Jordanien und Irak untergekommen.

wa/cr (epd, UNHCR)

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