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Sport

Noch keine Euphorie vor Leichtathletik-WM

In einem Monat findet in Berlin die Leichtathletik-WM statt. Aber nur wenige Deutsche interessieren sich dafür. Während die Athleten leere Ränge fürchten, versprechen die Veranstalter ein ausverkauftes Olympiastadion.

Das Olympiastadion in Berlin (Foto: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin und Berlin Partner GmbH)

Heim-WM im Berliner Olympiastadion

Stell Dir vor, es ist WM in Deutschland und keiner geht hin - so oder so ähnlich sind die Befürchtungen vieler Athleten vor der Leichtathletik-WM in Berlin (15. - 23. August). Einen Monat vor dem Startschuss beklagte zum Beispiel die Speerwurf-Olympiadritte Christiane Obergföll: "Viele wissen gar nicht, dass die WM in Berlin stattfindet. Das enttäuscht mich." Die 27-Jährige ist zusammen mit 16 anderen deutschen Sportlern Teil der Image-Kampagne "Gesichter der WM". Diese Idee werde aber kaum mit Leben gefüllt, kritisierte Obergföll. Es werde zu wenig Werbung gemacht.

Nur ein Fünftel der Deutschen weiß von der Heim-WM

Auch wenn die Veranstalter beschwichtigen, es sei schon die Hälfte der Karten vergriffen, sind die Umfragewerte ernüchternd: Nur 18,1 Prozent der Deutschen wissen, dass die Titelkämpfe in Deutschland stattfinden. Drei Viertel der Berliner geben an, sich nicht für die WM zu interessieren. Viele wissen gar nicht, an welchen Tagen welche WM-Entscheidungen fallen.

100-Meter-Goldgewinner Usain Bolt bei den Olympischen Spielen (Foto: AP Photo/David J. Phillip)

Noch ein Weltrekord? 100m-Sprintkönig Usain Bolt

Große Sorgen macht ausgerechnet das Auftaktwochenende mit dem 100m-Meter-Sprintgipfel von Dreifach-Olympiasieger Usain Bolt und Titelverteidiger Tyson Gay. "Wir sind uns bewusst, dass das Schlüsseltage sind und müssen überlegen, was wir noch tun können", räumte WM-Geschäftsführer Frank Hensel ein. Deshalb bietet ein Sponsoring-Partner für den Eröffnungstag 2500 Tickets mit 25 Prozent Rabatt an. Zudem sollen hunderte Busse 10.000 Leichtathletik-Fans für kleines Geld nach Berlin bringen.

Berlin startet City-Dressing

"Wir werden ein guter Gastgeber sein", versichert Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. "Wir müssen aber noch weiter den Gedanken in die Bevölkerung tragen, dass es sich lohnt, ins Olympiastadion zu gehen. Man kann dieses wunderbare Stadion beim laufenden Betrieb kennen lernen, bei einem der herausragendsten Sportereignisse der Welt." Deshalb startet jetzt in Berlin das "City-Dressing": Busse und Müllautos der Stadtreinigung werden mit WM-Aufklebern beklebt, Werbebanner an zentralen Plätzen aufgestellt und Radiospots auch in den umliegenden Bundesländern gesendet.

Berlins regierender Bürgermeister und das Maskottchen der in Berlin stattfindenden Leichtathletik WM 2009. Foto: Ulrich Perrey dpa/lno

Berlins Oberhaupt Wowereit mit WM-Maskottchen


Das Stadtmarketing wirbt mit dem Slogan "Sei Welt, sei Meister, sei Berlin". Noch lässt die Zimmernachfrage von WM-Gästen auf sich warten, doch Marketing-Chef Michael Mronz versichert: "Es sind 250.000 Tickets verkauft und die Nachfrage hat nach den sportlichen Erfolgen der deutschen Meisterschaft angezogen. Wir sind weiter davon überzeugt, dass wir die geplanten Zahlen am Ende erreichen können."

Die WM-Organisatoren haben mit knapp 15 Millionen Euro Einnahmen aus dem Ticketverkauf kalkuliert. Jetzt muss sich nur noch die nötige WM-Stimmung in Deutschland einstellen. (of, az, sid, dpa)




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