Noch keine Entwarnung auf Hawaii | Aktuell Amerika | DW | 06.05.2018
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Vulkanismus

Noch keine Entwarnung auf Hawaii

Die Folgen des Vulkanausbruchs bestimmen immer noch das Leben auf Hawaii. Menschen verlassen ihre Häuser. Die Behörden warnen vor Schwefelgasen, die bei der Eruption ausgetreten sind. Es drohen weitere Beben.

Nach dem starken Erdbeben und dem Vulkanausbruch in Hawaii haben sich tausende Menschen in Sicherheit gebracht. Behördenangaben zufolge wurden mehrere Häuser zerstört oder schwer beschädigt, Menschen wurden jedoch nicht verletzt. Für die Evakuierten wurden Notunterkünfte in Gemeindezentren eingerichtet. Um Katastrophenschutzmittel freizugeben, wurde für das betroffene Gebiet der Notstand ausgerufen. Gouverneur David Ige mobilisierte zudem die Nationalgarde.

Das Beben der Stärke 6,9 hatte die Inseln des US-Bundesstaates am Freitag erschüttert. Das Erdbeben war das stärkste seit 1975, löste aber keinen Tsunami aus. Das Epizentrum lag in rund fünf Kilometern Tiefe an der Südseite des Vulkans Kilauea. Er ist einer von fünf aktiven Vulkanen auf der Insel und einer der aktivsten Vulkane der Welt. Durch die Beben waren vorübergehend tausende Haushalte ohne Strom. Die US-Flugsicherheitsbehörde FAA schränkte den Flugverkehr über dem Gebiet ein.

Nationalpark geschlossen

Im Hawaii Volcanoes-Nationalpark stürzten Gesteinsbrocken auf Wanderwege, an der Küste brach ein Fels ab und stürzte ins Meer. Die Behörden schlossen den Park, der mehr als ein Zehntel der Inselfläche ausmacht. Rund 2600 Besucher wurden in Sicherheit gebracht.

Hawaii Vulkanausbruch (Reuters)

Schwefelgase entweichen nach der Eruption

Die Behörden warnten nach dem Vulkanausbruch vor einem extrem hohen Gehalt an gefährlichen Schwefelgasen. Junge und ältere Menschen sowie Leute mit Atemproblemen müssten der Evakuierungsaufforderung Folge leisten.

Luftaufnahmen zeigten orangefarbene Lava, die aus einer 150 Meter langen Erdspalte in die Luft gespuckt wurde. An einer Straße im Wohngebiet Leilani im Südosten der Insel quollen Rauch und Lava aus dem Erdinneren nach oben, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Auf Fernsehaufnahmen waren Lavaströme in einem Waldgebiet zu sehen. In der Gegend stehen rund 770 Häuser.

Hawaii Vulkanausbruch Kilauea (Reuters)

Auch die Infrastruktur, wie hier eine Straße in der Nähe von Leilani, ist betroffen


Beben kündigte sich an

In den Tagen zuvor hatte es rund hundert kleine Erdstöße gegeben. Bereits am Donnerstag ereignete sich ein Beben der Stärke 5,0 südlich des Puu-Oo-Kraters am Kilauea. Auch dem Beben am Freitag war eines der Stärke 5,7 vorausgegangen. Das Epizentrum der darauffolgenden noch stärkeren Erschütterungen lag nach Angaben des geologischen Instituts USGS fast exakt an der Stelle, an der auch 1975 die Erde mit einer Stärke von 7,1 gebebt hatte.

Inselbewohner sagten, sie hätten vor dem Ausbruch ein starkes Rütteln unter den Füßen gespürt und danach eine rosafarbene Rauchwolke über dem Vulkan gesehen. Ein Anwohner, der den Lavastrom mit einer Drohne filmte, sagte, der Ausbruch habe ihn zunächst in eine Schockstarre versetzt. "Es hörte sich an, wie wenn man einen Haufen Steine in einen Wäschetrockner steckt und ihn auf der höchsten Stufe anstellt", sagte er dem Fernsehsender Kohn aus Honolulu.

Das Auswärtige Amt in Berlin riet Hawaii-Reisenden, die Entwicklung in den örtlichen Medien aufmerksam zu verfolgen, engen Kontakt mit ihren Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften zu halten, Anweisungen von Sicherheitskräften zu befolgen und Sperrzonen unbedingt zu beachten.

cgn/ww (afp, dpa, rtre)