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Fußball

Noch keine Entscheidung über Holland-Spiel

Am Sonntag will der DFB entscheiden, ob das geplante Testspiel gegen die Niederlande trotz der Anschläge von Paris stattfindet. In Frankreich wird über die Sicherheit bei der EM 2016 diskutiert.

Weltmeister Christoph Kramer verlässt den Frankfurter Flughafen. Foto: dpa-pa

Weltmeister Christoph Kramer verlässt den Frankfurter Flughafen

Nach der eiligen Rückkehr aus Paris hat Joachim Löw seine von den Terroranschlägen geschockten Fußball-Weltmeister erst einmal nach Hause zu ihren Familien geschickt. Dort sollten die 24 Akteure um Kapitän Bastian Schweinsteiger nach einer schlaflosen Nacht im Stade de France "erstmal durchatmen und bei ihren Liebsten sein können. Dann schauen wir weiter", sagte Teammanager Oliver Bierhoff nach der Rückkehr aus der französischen Hauptstadt. Ob das Team am kommenden Dienstag wie geplant in Hannover zu einem Test-Länderspiel gegen die Niederlande antritt, will der DFB am Sonntag entscheiden. Der Fußball-Verband der Niederlande (KNVB) geht davon aus, dass die Partie angepfiffen wird. Bondscoach Danny Blind werde am Montag mit 20 Spielern die Reise nach Hannover antreten, hieß es auf der Internetseite des Verbands.

Angst auch unter Spielern

Teammanager Oliver Bierhoff nach der Rückkehr aus Frankreich. Foto: dpa-pa

Teammanager Oliver Bierhoff

Die 0:2-Niederlage

gegen Frankreich war angesichts der Terroranschläge in unmittelbarer Nähe des Stade de France kein Thema mehr in der Mannschaft. "Wir haben am Freitag ein Fußballspiel verloren – und es gibt nichts, was in diesem Moment unwichtiger war",

ließ das Nationalteam

verlauten: "Wir haben die Nacht im Stadion viel nachgedacht. Wir haben uns gefragt, warum so etwas passieren kann? Wie so viel Unmenschlichkeit möglich ist? Antworten haben wir viele gefunden, aber keine, die diese feigen Anschläge erklären kann." Der DFB-Tross hatte mit über 60 Personen die gesamte Nacht zum Samstag im Stadion ausgeharrt. Eine nächtliche Fahrt durch die halbe Stadt mit dem Mannschaftsbus ins Teamhotel schied aus Sicherheitsgründen aus. "Die Informationslage war nicht immer so ganz klar. Man wollte auch jedem Risiko aus dem Weg gehen", sagte Bierhoff. "Wir waren schockiert und stark berührt. Man hat es einfach gemerkt: Auch die Spieler waren sehr ängstlich."

Diarras Cousine unter den Opfern

Das für Dienstag angesetzte Länderspiel zwischen England und Frankreich soll trotz der Terroranschläge von Paris wie geplant im Londoner Wembley-Stadion ausgetragen werden. "Nach Gesprächen mit dem englischen Verband FA, der uns versichert hat, dass es keine speziellen Risiken für eine Austragung gebe, haben wir uns entschieden zu spielen", teilte ein Sprecher des französischen Fußballverbands FFF mit. "Sollten die britischen Behörden jedoch zu einer neuen Einschätzung der Lage kommen, würden wir die Angelegenheit neu überdenken." Unter dem Eindruck der Anschläge wurden am Wochenende im Großraum Paris alle Sportveranstaltungen abgesagt.

Der französische Nationalspieler Lassana Diarra bestätigte, dass unter den Opfern der Anschläge seine Cousine sei. Sie sei für ihn wie eine große Schwester gewesen, twitterte Diarra: "In diesem Klima des Terrors ist es für uns alle wichtig, die wir dieses Land mit seiner Vielfältigkeit repräsentieren, das Wort zu ergreifen und vereint zu bleiben gegen einen Horror, der weder Farbe noch Religion hat. Lasst uns alle zusammen die Liebe verteidigen, den Respekt und den Frieden."

Sorge um Sicherheit bei EM

Die Anschläge vom Freitag haben eine Diskussion ausgelöst, ob die Sicherheit bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich sichergestellt werden kann. "Der Grad des Terror-Risikos ist gestiegen", sagte Jacques Lambert, Präsident des EM-Organisationskomitees. "Der Terror ist kein theoretisches Risiko mehr, sondern ein mögliches. Die Grenze zur Handlung ist überschritten worden." Zwei Sprengsätze waren direkt am Stade de France explodiert. "Wir haben viele Vorsichtsmaßnahmen ergriffen", sagte FFF-Präsident Noel Le Graet. "Aber man sieht, dass Terroristen jederzeit zuschlagen können. Wir hatten vorher bereits eine gewisse Unruhe bezüglich der Europameisterschaft. Die ist natürlich noch stärker geworden."

sn (sid, dpa)

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