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Aktuell Nahost

Noch keine Chancen für diplomatische Missionen in Nahost

Im Konflikt zwischen Israel und der Hamas werden die Rufe nach einer Waffenruhe immer lauter. Doch keine der beiden Konfliktparteien scheint es eilig damit zu haben. Israel schießt eine palästinensische Drohne ab.

Israel gehe es vorrangig darum, die militärische Infrastruktur der Hamas so zu zerstören, dass diese auf lange Zeit nicht mehr in der Lage ist, den jüdischen Staat anzugreife, sagte Finanzminister Jair Lapid im Armee-Rundfunk. So weit sei es aber noch nicht. Wenn das Ziel erreicht sei, werde die Regierung auch verhandeln.

Außenminister Avigdor Lieberman betonte im Gespräch mit der Nachrichtenseite "ynet", alle Optionen seien offen. "Wir haben das Gefühl dass die internationale Gemeinschaft um jeden Preis Ruhe erzielen will". Sollte der Schlagabtausch jetzt enden, werde es in Kürze wieder eine neue Runde der Gewalt geben.

Hat die Hamas aufgerüstet?

Auch die radikal-islamistische Hamas scheint trotz des internationalen Drucks und mehr als 170 Toten im Gazastreifen keine Lust auf einen Waffenstillstand zu haben. Sie beharrt auf ihren Maximalforderungen: Eine Ende der "Aggression" gegen den Gazastreifen, eine Aufhebung der seit acht Jahren andauernden Blockade des Palästinensergebiete und die Freilassung hunderter Gefangener aus israelischen Gefängnissen.

Die israelischen Streitkräfte schossen am Montag nach eigenen Angaben in der Nähe der Stadt Aschdod eine Drohne aus dem Gazastreifen ab. Dabei sei eine Flugabwehrrakete vom Typ Patriot zum Einsatz gekommen. Soldaten suchten nach den Trümmerteilen und wollten feststellen, ob das unbemannte Fluggerät Sprengstoff an Bord hatte. Der Vorfall ereignete sich etwa 25 Kilometer nördlich des Gazastreifens. Die Hamas erklärte, sie habe mehrere Drohnen für "Spezialeinsätze" weit im israelischen Hinterland starten lassen. Sollten die Angaben stimmen, hätte die Organisation weit ausgereiftere Waffen als bisher bekannt.

Steinmeier will vermitteln

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier appellierte an Israelis und Palästinenser, die Gewalt zu beenden. "Wir müssen dringend nach Wegen suchen, raus aus der Spirale der Gewalt zu kommen", sagte Steinmeier nach einem Treffen mit seinem jordanischen Kollegen Nasser Dschudeh in Amman. Zugleich dämpfte er die Erwartungen in seine Vermittlungsmission, die ihn am Dienstag auch nach Israel und ins Wetjordanland führen soll. Deutschland dürfe sich in einer solchen Situation nicht übernehmen.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, bat den UN-Sicherheitsrat vorab nach eigenen Angaben um den Schutz der Palästinenser in Gaza. Damit unterstützt die Liga ein Anliegen von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, der in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon darum bitten wollte, "den Staat Palästina offiziell dem internationalen UN-Schutzprogramm zu unterstellen".

Israel Bombardierung des Gaza Streifens 14.07.2014 (Foto: Reuters)

Tausende Palästinenser im Gazastreifen sind auf der Flucht

Seit Beginn des jüngsten Konflikts am Dienstag sind nach Angaben des palästinensischen Sanitätsdienstes mehr als 170 Palästinenser bei israelischen Luftangriffen getötet und über 1200 verletzt worden. Mehr als 130 Todesopfer waren laut dem Palästinensischen Menschenrechtszentrum Zivilisten. Rund 17.000 Menschen suchten unterdessen Schutz in den Einrichtungen des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtinge (UNRWA). Ihrerseits feuerten die Hamas und ihre Verbündeten mehr als 870 Raketen auf Israel, von denen nach Armeeangaben 160 vom Abwehrsystem Eiserne Kuppel" abgefangen wurden. Die israelische Armee hat wiederum mehr als 1000 Ziele im Gazastreifen bombardiert, um den Abschuss von Raketen zu stoppen.

Polizei: Israelis gestehen Mord von palästinensischem Teenager

Erstmals hat sich die israelische Polizei mit Details zum mutmaßlichen Mord an dem 16-jährigen Palästinenser Mohammed Abu Chedair geäußert . "Ein 29-Jähriger und zwei 17-Jährige haben den Mord umfassend gestanden", sagte ein Polizeisprecher. Der 16-Jährige Palästinenser war Anfang Juli in einem Wald bei Jerusalem tot aufgefunden worden. Es soll sich um einen Racheakt für die Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher durch radikale Palästinenser gehandelt haben. Der mutmaßliche Mord an Abu Chedair hatte zur jüngsten Eskalation der Gewalt beigetragen.

gmf/SC (afp, dpa, rtr)