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Wirtschaft

Noch kein Rettungsplan für die Kirch-Gruppe

Die Gläubigerbanken und die hoch verschuldete Kirch-Gruppe haben am Montag (11.03.) über die Finanzlage des Medienkonzerns beraten.

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In Zukunft Schwarzbild statt Premiere World?

In erster Linie geht es darum, das finanzielle Innenleben des Konzerns unter die Lupe zu nehmen und einen vorläufigen Rettungsplan zu erarbeiten. Viel zu retten ist ohnehin nicht.

Zu Kirchs Gläubigern zählen neben der HypoVereinsBank die Bayerische Landesbank, die Commerzbank und die DZ Bank. Der Konzern hat nach eigenen Angaben 6,5 Milliarden Euro Schulden, im "Wall Street Journal" war von acht Milliarden Euro die Rede. Hinzu kämen rund fünf Milliarden Euro an weiteren Verbindlichkeiten.

Option "Gesundschrumpfen"

Experten gehen davon aus, dass Stellenstreichungen und der Verkauf zahlreicher Beteiligungen ins Haus stehen. Dabei wird auch eine Veräußerung der Mehrheit an dem verlustreichen Bezahlsender Premiere und an den Formel 1-Rechten nicht ausgeschlossen.

Außerdem stehen der Anteil am Axel Springer Verlag (40 Prozent) und eine Beteiligung am spanischen Fernsehsender Telecinco zum Verkauf. Möglicherweise will sich die Kirch-Gruppe außerdem von ihrem Nachrichtensender N24 sowie den Verlust bringenden Lokalsendern in München, Berlin und Hamburg trennen.

Kritik an Edmund Stoiber

Die bayerischen Grünen kritisierten unterdessen die Medienpolitik des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Besonders problematisch sei, "dass die Staatsregierung Kirch nicht nur in die Krise hat reiten lassen, sondern ihr auch noch das Pferd dazu gegeben hat", sagte der Chef der Grünen-Landtagsfraktion, Sepp Dürr.

Bayerische Landesbank in Bedrängnis?

Die Landesbank sei mit mindestens 1,9 Milliarden Euro der größte Kreditgeber Kirchs. Zugleich habe die Bank nur wacklige Sicherheiten in Form eines Filmdepots. Dieses sei nicht drei Milliarden Euro wert, wie Kirch in seiner Bilanz ausweise, sondern nur eine Milliarde Euro. In einem Eilantrag an die Landesregierung fordern die Grünen, die möglichen Folgen eines finanziellen Zusammenbruchs der Kirch-Gruppe offen zu legen.

Bedrohung von außen

Zum Knackpunkt des Konzepts könnte sich der Streit mit Rupert Murdoch um Premiere World entwickeln. Murdoch hat Kirch in der Hand: Er ist indirekt mit 22 Prozent an dem Bezahlsender beteiligt und kann jederzeit Ausbezahlung fordern. Kirch hat jedoch zur Zeit keinen müden Euro flüssig und müsste Konkurs anmelden. (arn)

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