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Aktuell Welt

Noch kein Abkommen im Atomstreit

Die Verhandlungen um das Atomprogramm des Iran ziehen sich in die Länge. Die nach Genf gereisten Außenminister der 5+1-Gruppe haben bislang keinen Durchbruch erzielt.

Der iranische Unterhändler Abbas Aragschi teilte nach nächtlichen Verhandlungen in Genf mit, es gebe noch keine Übereinkunft mit den fünf UN-Vetomächten -USA, Russland, China, Frankreich und Russland -sowie Deutschland (5+1). Dies wurde von amerikanischer Seite bestätigt. Gleichzeitig erklärte ein US-Diplomat nach Agenturberiichten, die Gespräche seien noch nicht beendet.

Zuvor hatte die Deutsche Presseagentur unter Berufung auf Delegationskreise gemeldet, der Iran sei bei der Forderung nach einer Einstellung der Urananreicherung auf 20 Prozent und einem Baustopp des Schwerwasserreaktors in Arak kompromissbereit. Mit einer Zwischenlagerung des bereits auf 20 Prozent angereicherten Urans - einer Menge von etwa 196 Kilogramm - in einem Drittland und mit Einschränkungen bei der Urananreicherung auf fünf Prozent sei Teheran aber nicht einverstanden, so dpa. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif (auf dem Artikelbild rechts neben dem Schweizer Außenminister Didier Burkhalter) sagte, seine Delegation werde sich "überzogenen Forderungen definitiv widersetzen".

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Atomgespräche in Genf

Im Gegenzug für einen solchen Teilstopp des iranischen Atomprogramms sollen die internationalen Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen den Iran gelockert werden, die der islamischen Republik schwer zu schaffen machen. Insbesondere der Westen verdächtigt den Iran, insgeheim nach der Arombombe zu streben. Teheran weist dies zurück, das Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Angerichertes Uran kann für friedliche Zwecke eingesetzrt werden, aber auch in Atomwaffen.

Die Außenminister der 5+1-Gruppe hatten sich am Samstag persönlich in die Verhandlungen in Genf eingeschaltet. Dies hatte neue Erwartungen geweckt, eine Vereinbarung mit dem Iran stehe bevor.

Bundeaußenminister Westerwelle spricht in Genf mit Journalisten (Foto: Reuters)

Bundesaußenminister Westerwelle spricht in Genf mit Journalisten

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte nach seiner Ankunft in der Schweizer Konferenzstadt erklärt, es gebe eine "realistische Chance" auf ein Abkommen mit dem Iran, aber auch noch Differenzen. Bereits vor zwei Wochen waren die Außenminister in Genf in die Verhandlungen mit dem Iran eingestiegen, nach dem es zuvor deutliche Annäherungen gegeben hatte. Ein Durchbruch blieb jedoch aus, die Minister reisten ohne Ergebnis wieder ab.

wl/qu (dpa, afp)

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