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Aktuell Asien

Noch immer werden Überlebende aus Trümmern in Taiwan geborgen

Für die Retter ist es ein neuer Hoffnungsschimmer: Gut zwei Tage nach dem starken Erdbeben im Süden Taiwans holen die Bergungskräfte Überlebende aus einem Wohnhaus. 118 Menschen werden noch vermisst.

Bei dem Erdbeben in Taiwan transportieren Rettungskräfte einen Überlebenden auf einer Bahre (Foto: AFP)

Ein 40-jähriger Mann hat den Zusammensturz des Wohnkomplexes in Tainan überlebt

Eine Frau hatte Glück: Während ihr Mann und ihr zweijähriges Kind in den Trümmern eines 16-stöckigen Wohnhauses im taiwanesischen Tainan starben, wurde sie verletzt in ein Krankenhaus gefahren. Wie Fernsehsender berichteten, zogen die Helfer auch noch mindestens einen Mann und ein junges Mädchen aus dem Schutt. Insgesamt konnten in Taiwan mehr als 350 Menschen lebend geborgen werden.

Am frühen Montagmorgen war eine 40 Jahre alte Frau tot unter den Gebäuderesten gefunden worden, womit die Zahl der Opfer auf 35 stieg. Mehr als 500 Menschen wurden bei dem Beben verletzt. Unter den schweren Betonplatten seien noch immer Überlebende eingeklemmt, sagte Taiwans Bürgermeister Lai Ching-ge. Ihre Überlebenschancen schwinden jedoch von Stunde zu Stunde.

Pfusch am Bau?

In der Zwei-Millionen-Metropole Tainan waren am Wochenende bei einem Beben der Stärke 6,4 in ganz Taiwan rund zehn Gebäude eingestürzt. Die Erschütterung war auf der ganzen Insel zu spüren. Das Epizentrum des Erdbebens lag in Meinong nahe der Hafenstadt Kaohsiung. Die Region ist dicht besiedelt. Allein in der südlich von Tainan gelegenen Stadt Kaohsiung leben 2,8 Millionen Menschen. Zeitweise war die Strom- und Wasserversorgung für Hunderttausende unterbrochen. Ein noch schlimmeres Erdbeben hatte sich in Taiwan 1999 ereignet, als 2400 Menschen ums Leben kamen. Damals wurde eine Stärke von 7,3 erreicht.

Eingestürztes Hochhaus nach einem Erdbeben in Tainan, im Süden Taiwans (Foto: REUTERS)

Gab es Baumängel?

Die Behörden haben den Verdacht, dass das 16-stöckige Haus in Tainan dem Beben am Samstagmorgen deshalb nicht standhalten konnte, weil bei dessen Bau gepfuscht wurde. Tainans Bürgermeister William Lai sagte, die Staatsanwaltschaft habe nach Beschwerden von Überlebenden und Angehörigen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Pfusch am Bau aufgenommen. Sollte die Baufirma des Gebäudes gegen Vorschriften verstoßen haben, werde sie zur Verantwortung gezogen.

nem/kle (dpa, rtr, afp)