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Europa

Noch eine Klimakonferenz?

Bei der dritten Weltklimakonferenz in Genf sollen Strategien gegen die Folgen der Erderwärmung und ein verbessertes Informationsnetzwerk vorangetrieben werden. Doch, darf man tatsächlich den großen Durchbruch erwarten?

Schmilzender Eisberg (Foto: AP)

Strategien gegen die Erderwärmung - was darf man von der Weltklimakonferenz in Genf erwarten?

Nicht jeder kennt sie, dennoch gelten die ersten beiden Klimakonferenzen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) von 1979 und 1990 als Meilensteine. Klimawandel als globale Herausforderung zu begreifen, war damals das Anliegen. Die Konferenzen führten unter anderem zur Gründung des Weltklimarats und der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen. Jetzt, drei Monate vor der entscheidenden Vertragsstaatenkonferenz, die Ende 2009 in Kopenhagen stattfinden wird und auf der über ein Klimaschutzprogramm nach Kyoto (2012) entscheiden werden soll, sieht sich die dritte Weltklimakonferenz in Genf (31.08.2009 - 04.09.2009) als wichtige Brücke zwischen der großen Klimapolitik und der Umsetzung vor Ort.

“Die dritte Weltklimakonferenz will ein globales Netzwerk für Klimadienstleistungen aufstellen, das sich um technische Aspekte kümmert, die sowohl für die Konferenz in Kopenhagen als auch für Politiker und Entscheidungsträger, die alltäglich mit den unterschiedlichen Aspekten zu tun haben“, sagt Dr. José Romero vom Schweizer Bundesamt für Umwelt, einer der Vorsitzenden der Konferenz. Wasser, Energie, Landwirtschaft, Städteplanung – laut Dr. Romero werden alle Bereiche von einem verbesserten Netzwerk zum Austausch von Klimainformationen profitieren. “Zurzeit haben die meteorologischen Dienste und Umweltschutzbehörden in der ganzen Welt viele Informationen, eine hohe Kapazität, um Zukunftsentwicklungen über verschiedene Zeiträume vorherzusagen", sagt Romero. "Das ehrgeizige Ziel dieser Konferenz ist, das alles in ein globales Netzwerk zu integrieren und ganz unten, vor Ort, als praktisch einsetzbares Werkzeug zur Verfügung zu stellen.“

Globaler Rahmen für Klimadienstleistungen

ausgetrocknetes Feld (Foto: AP)

Die Landwirtschaft könnte profitieren

Ein Sektor, der besonders stark von akkuraten Klimadaten und Zukunftsprognosen profitieren könnte, wäre die Landwirtschaft. Vorsorge für Trockenperioden oder der Einsatz von alternativen Pflanzen- oder Saatgutsorten gehören zu den notwendigen Anpassungsmaßnahmen in vielen Gebieten. Die Informationen kommen aber nicht immer rechtzeitig bei denjenigen an, die sie direkt brauchen. Das will die Weltklimakonferenz in Zukunft ändern: “Beispielsweise ist es interessant zu wissen, wie die Niederschlagsmenge in den vorherigen Monaten gewesen ist, und ob man Vorsorgemaßnahmen für die Bewässerung der Felder braucht", erklärt Dr. Romero. Das sei eine sehr praktische Information für die Bauern vor Ort. Solche Daten müssten leicht zugänglich – und an die Anforderungen der jeweiligen Nutzer angepasst sein.

Einen globalen Rahmen für solche Klimadienstleistung zu etablieren, sei das Ziel der Konferenz. Das weltweite Netzwerk würde alle zur Verfügung stehenden Technologien integrieren – von der teuersten Satellitentechnologie bis hin zur Verbreitung von Unwetterwarnungen oder drohenden Insektenplagen über Radio in ärmeren Ländern mit einer unterentwickelten Infrastruktur.

Darüber sprechen und handeln

Andere Organisationen, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen, bestätigen die wichtige Rolle dieser Weltklimakonferenz neben den Konferenzen der UN-Klimakonvention und anderen Foren. "Die Weltklimakonferenz spielt natürlich eine große Rolle, weil die Experten zu Klima vor allen Dingen auch diskutieren werden, wie man auch die entsprechend Verantwortlichen erreicht, um Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen von Klimavorhersagen ziehen zu können", bestätigt Professor Gerd Tetzlaff. Er ist Meteorologe an der Universität Leipzig und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Komitees für Katastrophensorge.

"Ich glaube, man kann im Moment nicht genügend über diese Gesamtproblematik hoffentlich nicht nur sprechen, sondern auch handeln", erklärt Dr. Walter Amman, der Präsident des internationalen Global Risk Forum, das in Davos beheimatet ist. "Und jede Bemühung, die derzeit stattfindet, ist sehr wertvoll, damit da wirklich eine globale Bewegung in eine Umsetzung von möglichen vorbeugenden Maßnahmen und Anpassungsmechanismen hineinkommt."

Autorin: Irene Quaile
Redaktion: Andreas Ziemons

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