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Wirtschaft

Nobelpreisträger Yunus als Bankchef entlassen

2006 erhielt er für seine Mikrokreditbank den Friedensnobelpreis. Nun wurde Muhammad Yunus in Bangladesch als Direktor der Grameen Bank entlassen - offenbar auf Druck der Regierung.

Muhammad Yunus auf einer Pressekonferenz 2010 in Dhaka (Foto: DW)

Muhammad Yunus ist seinen Job los - vorerst

Als Gründe für die Kündigung von Muhammad Yunus gab die Zentralbank in Dhaka an, dass die Pensionsgrenze für den Posten bei 60 Jahren liegt. Yunus ist 70 Jahre alt. Zudem habe sie der Ernennung Yunus zum Direktor der Grameen-Bank auf unbestimmte Zeit im Jahr 2000 nie zugestimmt.

Die Regierung Bangladeschs hält ein Viertel der Anteile der Grameen Bank. Diese wehrt sich nun gegen die Vorwürfe. Sie teilte unter Berufung auf die eigenen Rechtsberater mit, dass Yunus im Amt bleiben wird. Es sollen nun rechtliche Schritte gegen die Entscheidung geprüft werden. Bereits Jahre vor der Kündigung hatte sich Yunus den Unmut der Regierung zugezogen.

Vorwürfe ohne Beweise

Bangladeschs Regierungschefin Sheikh Hasina (Foto: picture alliance/dpa)

Bangladeschs Regierungschefin Sheikh Hasina, hier im Wahlkampf 2008

2007 wollte Yunus seine eigene politische Partei gründen. Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina warf ihm daraufhin vor, sich mit "Tricks" um Steuerzahlungen drücken zu wollen. Zudem kritisierte Hasina sein Bankenmodell: Die Mikrokreditbank vergibt Kleinstkredite an Menschen ohne Einkommenssicherheit und versucht damit, der Armut in Bangladesh entgegen zu wirken. Hasina hingegen äußerte, Yunus würde mit den Mikrokrediten versuchen den Armen das Blut auszusaugen.

Im November 2010 war Yunus zudem wegen angeblich fragwürdigen Umgangs von Hilfsgeldern unter anderem der norwegischen Regierung in die Kritik geraten. Er wies damals alle Vorwürfe zurück, auch die Norweger konnten keine Beweise für die Vorwürfe finden. Sheikh Hasina kündigte daraufhin im Januar eine eigene Untersuchung an. Deren Ergebnis wird Ende März erwartet.

Yunus wurde mit seiner Bank 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. In Bangladesh hat er zudem einige sogenannte soziale Unternehmen aufgezogen: Diese verkaufen zum Beispiel sauberes Trinkwasser für wenig Geld an arme Menschen. Die sozialen Unternehmen sollen keinen Gewinn erwirtschaften, sondern lediglich die eigenen Kosten decken können.

Autor: Jill Wagner (mit dpa, ap, epd)
Redaktion: Reinhard Kleber

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