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Aktuell Kultur

Nobelpreisträger Imre Kertész ist tot

Der ungarische Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész ist nach langer Krankheit heute früh in Budapest gestorben. Er wurde 86 Jahre alt.

Kertész wurde 1929 in Budapest als Kind einer jüdischen Familie geboren. Als Jugendlicher überlebte er die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Die dabei gewonnenen Erfahrungen flossen in sein Hauptwerk "Roman eines Schicksallosen" ein. Zugleich beschäftigte sich Kertesz in seinen Romanen und Essay-Bänden intensiv mit dem totalitären Sozialismus, den er als Erwachsener in seiner Heimat Ungarn erlebte.

2002 erhielt Imre Kertész als erster Ungar überhaupt den Literaturnobelpreis. Die Anerkennung in seiner Heimat blieb ihm lange Zeit versagt. In den 2000er-Jahren lebte er in Berlin. Erst 2012 zog er nach Budapest zurück. Zu diesem Zeitpunkt litt er schon seit mehreren Jahren an der Parkinson-Krankheit, die ihn in seinem Schaffen zunehmend einschränkte.

2014 nahm Kertész den Stephansorden an, eine Ehrung aus der Zeit des rechts-autoritären Herrschers Miklos Horthy, unter dem der spätere Literat und die anderen ungarischen Juden nach Auschwitz deportiert wurden. Der rechts-konservative Ministerpräsident Viktor Orban hatte sie 2012 als höchste staatliche Auszeichnung reaktiviert.

rb/uh (afp, ap, dpa)