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Kultur

Nobelpreisträger Harold Pinter wirft Bush und Blair Staatsterrorismus vor

Der diesjährige Literatur-Nobelpreisträger Harold Pinter (75) hat den USA systematische Verbrechen in aller Welt vorgeworfen. Die Invasion im Irak sei das "Werk von Banditen" gewesen.

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"Verbrecherisch und infam": Harold Pinter attackierte die USA

Drei Tage vor der Verleihung der Nobelpreise hat der britische Schriftsteller Harold Pinter den USA und Großbritannien wegen des Irak-Krieges Staatsterrorismus vorgeworfen. US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair sollten vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gestellt werden, sagte Pinter in einer in Stockholm gezeigten Videobotschaft am 7. Dezember anlässlich der Nobelpreisvergabe.

"Bösartige Wucherung"

IRAQ EXPLOSIONS Irak Irak-Krieg Militär p178

Pinter: Der Krieg im Irak zeige Verachtung für das Konzept des Völkerrechts

"Die Invasion im Irak war das Werk von Banditen, ein eklatanter Akt von Staatsterrorismus, der absolute Verachtung für das Konzept des Völkerrechts demonstriert hat", sagte der britische Dramatiker. Der Tod von mindestens 100 000 Irakern sei für Bush und Blair eine "bedeutungslose Lappalie". Die "Verbrechen" der USA bezeichnete Pinter als "systematisch, konstant, infam und unbarmherzig". In seiner einstündigen Rede sagte er, die USA hätten zahlreiche Länder durch eine Strategie der "asymmetrischen Kriegsführung" ("Low Intensity Conflict") unterjocht. Dabei seien tausende Menschen gestorben, aber nicht auf einen Schlag wie mit einer Bombe. "Es bedeutet, dass man das Herz des Landes infiziert, dass man eine bösartige Wucherung in Gang setzt und zuschaut wie der Faulbrand erblüht", meinte Pinter.

"Akt der Massenhypnose"

Den USA warf er darüber hinaus vor, seit dem Zweiten Weltkrieg jede rechtsgerichtete Militärdiktatur in der Welt unterstützt zu haben. Dies sei jedoch stets unter dem Vorwand geschehen, man wolle das Wohl der Menschheit fördern. Dem irakischen Volk seien Folter, Streubomben, Elend, Demütigung und Tod gebracht worden, wenngleich behauptet wurde, man bringe dem Nahen und Mittleren Osten Freiheit und Demokratie. Pinter sprach von einem "brillanten, fast schon geistreichen und höchst erfolgreichen Akt der Massenhypnose."

Der 75-jährige, der an Kehlkopfkrebs leidet, hatte seine Rede unmittelbar vor Einlieferung in ein Londoner Krankenhaus in einem TV-Studio eingespielt. Schon vorher hatten Ärzte ihm die Teilnahme an der Nobelpreis-Verleihungszeremonie untersagt. (sol)

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