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Literatur

Nobelpreisträger Dario Fo fälschte Picasso

Er gehörte zu den bekanntesten Autoren und Satirikern Italiens. 1997 erhielt er den Literatur-Nobelpreis. Doch jetzt ist Dario Fo zu weit gegangen: Er fälschte Bilder von Picasso - für ein Theaterprojekt .

Der italienische Satiriker, Schauspieler und Theaterautor Dario Fo (88) ist immer zu Scherzen aufgelegt - ganz in der Tradition der berühmten Theatertruppe Commedia dell'arte. Aber diesmal ist es ernst: Der Literatur-Nobelpreisträger hat offenbar Bilder und Motive von Pablo Picasso gefälscht, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa jetzt gestand. Zur Zeit stellt seine Galerie in Frankfurt Bilder aus seinem Theater- und Buchprojekt "Picasso desnudo" aus. Und die sind offenbar nicht von Picasso persönlich gemalt, auch wenn sie den Originalen täuschend ähnlich sehen.

Um dem Streit und eine langwierigen finanziellen Auseinandersetzung mit den Erben von Pablo Picasso (1881 -1973) aus dem Weg zu gehen, hat Dario Fo, der auch als Bühnenbildner sehr erfolgreich war, kurzerhand 80 Werke des Spaniers persönlich gefälscht. Auch die Schüler seiner Malschule waren daran beteiligt. Der Hintergrund: Dario fo suchte Picasso-Bilder und -Motive für ein Theaterprojekt. Die Forderungen vor allem von Picassos Sohn für die Bildrechte waren allerdings horrend. Um die übertrieben hohen Summen einzusparen, habe der Italiener, wie er jetzt offenbarte, offenbar selbst zu Pinsel und Farbe gegriffen.

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Dario Fo, der zu den beliebtesten Komikern und Autoren in Italien gehört, hatte nach dem Krieg Kunst und Architektur an der Universität Mailand studiert, bevor er sich mehr dem Schreiben widmete. 1997 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Seine "falschen Picassos" sind aktuell in einer Ausstellung in der Stuttgarter Galerie Abtart zu sehen, die Einblick in das gesamte malerische Schaffen von Dario Fo gibt.

Sein umfangreiches malerisches Werk ist in Deutschland nur wenigen bekannt, obwohl der Schriftsteller schon seit fast 75 Jahren malt. "Ich kann nicht schreiben, wenn ich nicht gleichzeitig die Möglichkeit habe, zu zeichnen oder zu malen," sagte der 88-Jährige. Das Malen helfe ihm immer wieder jede Form der Schreibkrise zu überwinden. Erst an der Leinwand "lege sich dann offen, was ich eigentlich schreibe wollte."

Dario Fo arbeitet inzwischen auch als Opernregisseur. So etwa in Amsterdam und beim Rossini Opera Festival in Pesaro, wo er auch die Bühnenbilder für seine Inszenierungen entworfen hat. 2006 kandidierte er wagemutig als Bürgermeister von Mailand, wurde aber nicht gewählt.

hm/so (dpa/dw.de)