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Kultur

Nobelpreise in Oslo und Stockholm übergeben

Hundert Jahre nach der ersten Verleihung sind in Stockholm und Oslo die Nobelpreise an die diesjährigen Preisträger übergeben worden. UN-Generalsekretär Annan hält eine Rede für Menschenwürde und Grundfreiheiten.

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UN-Generalsekretär Kofi Annan nahm in Oslo den Friedensnobelpreis für sich und die Vereinten Nationen entgegen. In Stockholm wurden die insgesamt 13 Empfänger der Preise für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Wirtschaft vom schwedischen König Carl XVI. Gustav ausgezeichnet.

Annan wird zusammen mit den Vereinten Nationen geehrt

Annan teilt sich die Auszeichnung mit den Vereinten Nationen, für die der Präsident der Vollversammlung, der südkoreanische Außenminister Han Seung Soo, den Preis entgegennahm. Annan forderte in seiner Dankesrede eine globale Zusammenarbeit im Kampf gegen Armut, Ignoranz und Krankheiten. Die Weltgemeinschaft könne es sich nicht leisten, Menschenwürde und Grundfreiheiten zu missachten.

Der UN-Generalsekretär blickte in seiner Rede zurück auf das vergangene Jahrhundert mit seinen zwei Weltkriegen und erklärte, es sei wichtig, neuen Bedrohungen der Sicherheit entgegenzutreten. 'Wirhaben das dritte Jahrtausend durch ein Feuertor betreten', sagte Annan. 'Wenn wir heute nach dem Schrecken des 11. Septembers besser sehen und weiter sehen, werden wir merken, dass Menschlichkeit unteilbar ist.'

Drei Ziele für die Zukunft

Für die Arbeit der Vereinten Nationen nannte Annan drei Schwerpunkte: Kampf gegen Armut, Vermeidung von Konflikten und Unterstützung der Demokratie. Unter Berufung auf den Koran, die Bibel und auf Konfuzius erklärte er, dass alle Religionen den Wert der Toleranz anerkennen. Der oftmals angenommenen Konflikt zwischen den Religionen habe schon zu endlosen Auseinandersetzungen geführt und Menschen Verbrechen im Namen einer höheren Macht begehen lassen.

Annan erhielt den mit zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro/2,1 Millionen Mark) dotierten Friedensnobelpreis aus den Händen des Vorsitzenden des norwegischen Nobelkomitees, Gunnar Berge.

100 Jahre Friedensnobelpreis

Zu Ehren des 100. Jahrestags der ersten Verleihung des Friedensnobelpreises kamen mehr als 20 Preisträger der vergangenen Jahre zu Annan auf die Bühne. Unter ihnen waren der südafrikanische Bischof Desmond Tutu und der osttimorische Unabhängigkeitskämpfer Jose Ramos-Horta. Sie überreichten Annan eine Petition, in der die schnelle Einrichtung eines Internationalen Strafgerichtshofs und die vollständige Umsetzung der Erklärung der Menschenrechte einschließlich der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Rechte gefordert wird. Weiter verpflichten sich die Preisträger, sich für die Zerstörung aller Massenvernichtungswaffen und für die Rüstungskontrolle einzusetzen.

Die Nobelpreise für Literatur, Physik und Chemie

Den Preis für Literatur erhielt in Stockholm der in Trinidad geborene britische Schriftsteller V.S. Naipaul. Bei den wissenschaftlichen Preisen dominierten erneut klar die USA. Der Physiker Ketterle teilte sich die Auszeichnung mit seinen US-Kollegen Eric Cornell und Carl Wieman. Der Chemiepreis wurde zur einen Hälfte an den Amerikaner Barry Sharpless und zur anderen an William S. Knowles aus den USA und den Japaner Ryoji Noyori vergeben. Die drei Wissenschaftler hatten einen Grundstein für die Produktion von bestimmten Antibiotika und Herzmedikamenten gelegt.

Fortschrittliche Erkenntnisse in Medizin und Wirtschaft

Für bahnbrechende Forschungsergebnisse in der Zellteilung erhielten der US-Forscher Leland H. Hartwell sowie die Briten Timothy Hunt und Paul M. Nurse den Medizin-Nobelpreis. Der Wirtschaftsnobelpreis ging an die US-Ökonomen George A. Akerlof, Michael Spence und Joseph E. Stiglitz für ihre Leistungen bei der "Marktanalyse mit asymmetrischen Informationen". Alle Nobelpreise sind mit jeweils 10 Millionen schwedischen Kronen (2 Millionen Mark/ 1 Millionen Euro) dotiert. Sie werden jährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) überreicht.

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