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Nachhaltige Finanzverwaltung

Nobelpreis-Stiftung will friedlich investieren

Wer auf die "Abschaffung oder Verminderung stehender Heere" hinwirkt, dem winkt laut Satzung die Medaille. Doch das Geld für den Friedensnobelpreis kommt auch aus kriegerischen Investments. Das soll sich ändern.

Die Alfred-Nobel-Stiftung will ihr Vermögen künftig anders anlegen. Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", man habe klare Richtlinien zu Ethik und Nachhaltigkeit eingeführt. Künftig werde die Stiftung nicht mehr in Unternehmen oder Fonds investieren, die im Zusammenhang mit Nuklearwaffen stünden. Kapitalanlagen müssten mit internationalen Konventionen - wie etwa der gegen Streubomben - vereinbar sein.

Nach Recherchen der finanzmarktkritischen Organisation "Facing Finance" erbringen die Millionen der Institution, die hinter dem Friedensnobelpreis steht, zweifelhafte Zinsen. So seien Teile des Vermögens in Atomwaffenhersteller oder deren Zulieferer investiert, darunter die Firmen Textron, Lockheed Martin und Raytheon. Thomas Küchenmeister von "Facing Finance" erklärte, durch solche Geldanlagen werde die Modernisierung von Nuklearwaffen unterstützt.

Kampfflugzeug US Lockheed Martin F22 Raptor (AFP/Getty Images/E. Jones)

Von der Nobelstiftung mitfinanziert? Kampfflugzeug F-22 Raptor von Lockheed Martin (Archivbild)

Küchenmeister empfahl der diesjährigen Trägerin des Friedensnobelpreises, der Internationalen Kampagne gegen Atomwaffen (ICAN), das Preisgeld von umgerechnet 930.000 Euro nicht anzunehmen, sondern zu spenden. "Facing Finance" ist selbst eine der 468 Organisationen, die zum ICAN-Bündnis gehören. Es war maßgeblich daran beteiligt, dass mehr als 120 Staaten im Rahmen der Vereinten Nationen ein umfassendes Atomwaffenverbot beschlossen haben. Die Atommächte sowie Deutschland hatten sich allerdings nicht daran beteiligt.

jj/mak (epd, kna)

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