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Welt

Nobelpreis geht an drei Frauenrechtlerinnen

Es ist eine handfeste Überraschung: Der Nobelpreis 2011 geht an drei Vorkämpferinnen für Frauenrechte. Geehrt werden Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee aus Liberia sowie die Jemenitin Tawakkul Karman.

Ellen Johnson-Sirleaf (Foto: AP)

Ellen Johnson-Sirleaf wird für ihre Verdienste geehrt

Die Liberianerinnen Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee sowie die Jemenitin Tawakkul Karman erhielten die Auszeichnung zu gleichen Teilen für ihren Einsatz für die Stärkung der Rollen der Frauen, erklärte der Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, der frühere Ministerpräsident Thorbjörn Jagland, am Freitag (07.10.2011) in Oslo. Johnson-Sirleaf ist die erste gewählte Präsidentin eine afrikanischen Staates und stellt sich in der kommenden Woche der Wiederwahl.

Die 72-jährige Johnson-Sirleaf und ihre 39 Jahre alte Landsmännin Gbowee werden als treibende Kraft bei der Beendigung des langjährigen Bürgerkriegs in ihrem Land geehrt. Die 32-jährige Karman, Mutter von drei Kindern, ist Vorsitzende der Vereinigung "Journalistinnen ohne Ketten" im Jemen und war schon früh eine der treibenden Kräfte bei den friedlichen Protesten gegen die Diktatur. In der Begründung des fünfköpfigen Komitees hieß es, die drei Frauen würden ausgezeichnet für "ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für die Rechte von Frauen auf volle Beteiligung an der Schaffung von Frieden".

Karman widmet die Auszeichnung dem Arabischen Frühling. Die Auszeichnung sei eine Ehre für alle Araber, Muslime und Frauen, sagte Karman dem in Dubai ansässigen Sender El Arabija. "Ich widme diesen Preis den Aktivisten des Arabischen Frühlings." Karman ist die erste Araberin, die den Friedensnobelpreis erhält.

Die Friedensnobelpreisträgerinnen 2011: Leymah Gbowee, Tawakkul Karman und Ellen Johnson Sirleaf (v.l.n.r.) (Foto: dapd)

Die Friedensnobelpreisträgerinnen 2011: Leymah Gbowee, Tawakkul Karman und Ellen Johnson Sirleaf (v.l.n.r.)

Die Favoriten gingen leer aus

Im vergangenen Jahr hatte der inhaftierte chinesische Dissident Lu Xiaobo den mit rund 1,1 Millionen Euro dotierten Preis erhalten. Preisträger vor ihm war US-Präsident Barack Obama. Als Favoriten für die Auszeichnung hatten die Vorkämpfer des Arabischen Frühlings gegolten, unter ihnen die ägyptischen Internet-Aktivistinnen Asmaa Mahfus und Israa Abdel Fatah von der Bewegung 6. April sowie die tunesische Bloggerin Lina Ben Mhenni.

Auch über eine Ehrung der afghanischen Frauenrechtlerin Sima Samar oder des internationalen Kriegsverbrechertribunals in Den Haag war spekuliert worden. Zu den Anwärtern auf den prestigeträchtigen Preis wurde auch Altkanzler Helmut Kohl gezählt, der wegen seiner Verdienste um die deutsche Einheit schon in den vergangenen Jahren mehrfach als Favorit galt. Der Friedensnobelpreis war von Alfred Nobel gestiftet worden, dem schwedischen Erfinder des Sprengstoffs Dynamit. Verliehen werden sämtliche Nobelpreise am 10. Dezember, dem Todestag Nobels.

Gratulationen aus Berlin und Brüssel

Die Bundesregierung ist mit der Vergabe des Friedensnobelpreises an drei Frauen aus Liberia und dem Jemen zufrieden. Das Nobelpreis-Komitee habe eine "weise Entscheidung" getroffen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Die Botschaft der Preisvergabe sei, dass Frauen "eine große Hoffnung" für eine friedlichere und bessere Entwicklung in Afrika, den arabischen Ländern und überall auf der Welt darstellten.

Auch die Europäische Union würdigte die neuen Preisträgerinnen. "Dies ist ein Sieg für die neue Demokratie in Afrika und der arabischen Welt", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Ratspräsident Herman von Rompuy in Brüssel.

Autor: Martin Muno (afp, dapd, dpa, epd, rtr)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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