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Wirtschaft

Nobelpreis für Wirtschaft an Trio vergeben

Zwei Amerikaner und ein Brite bekommen dieses Jahr den Wirtschaftsnobelpreis. Die drei teilen sich ein Preisgeld von umgerechnet rund einer Million Euro. Die Urkunden erhalten sie am 10. Dezember im Stockholmer Rathaus.

Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel (Foto: dpa)

Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel

In der Sparte Wirtschaft wird der Nobelpreis 2010 an drei Wissenschaftler verliehen. Das gab am Montag (11.10.2010) die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt. Die Ausgezeichneten sind die beiden US-Amerikaner Peter A. Diamond und Dale T. Mortensen sowie der auf Zypern geborene Brite Christopher A. Pissarides. Dieser sagte der Akademie in einem Telefonat nach der Bekanntgabe, er sei sehr froh über die Auszeichnung, aber doch "ziemlich überrascht".

Die Akademie begründete die Ehrung der drei Wissenschaftler mit der Relevanz ihrer Arbeiten. Die Politik habe sich ihre Erkenntnisse zunutze machen können. Die drei hätten entscheidende Beiträge zum Verständnis des Arbeitsmarktes geleistet. Durch ihre Forschung lasse sich erklären, warum es eine hohe Arbeitslosigkeit gibt, während gleichzeitig eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften besteht.

Die Preisträger

Diamond, so die Akademie, habe die speziellen Eigenarten unvollkommener Märkte definiert, während Mortensen und Pissarides seine Theorie erweitert und auf den Arbeitsmarkt angewandt hätten. Das so entwickelte Modell läßt sich auch auf den Immobilienmarkt anwenden und auf andere Bereiche ausdehnen, etwa auf die Geldpolitik und die Finanzwirtschaft. Auch die Familienpolitik könnte von den Theorien profitieren.

Peter A. Diamond (Foto: dpa)

Peter A. Diamond

Peter Arthur Diamond wurde am 29. April 1940 in New York City geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er studierte an der Yale University und am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Sein Arbeitsgebiet sind die sozialen Sicherungssysteme der USA, Chiles und Chinas. Außerdem hat er die Unsicherheit ökonomischer Systeme erforscht und dabei die "search theory", auf deutsch "Suchtheorie", entwickelt, für die er jetzt ausgezeichnet wird.

Christopher A. Pissarides (Foto: AP)

Christopher A. Pissarides

Christopher Antoniou Pissarides wurde am 20. Februar 1948 in Nikosia geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der Ökonom hat an der University of Essex und an der London School of Economics studiert und ist heute dort als Professor für Wirtschaftswissenschaft tätig. Seine Forschung gilt den Wechselwirkungen von Arbeitsmarkt und Makroökonomie, dabei untersucht er Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarktpolitik ebenso wie die Einflüsse von Wachstum und Strukturwandel.

Die drei Preisträger auf einen Blick (Foto: dpa)

Die drei Preisträger auf einen Blick

Dale T. Mortensen wurde am 2. Februar 1939 in Enterprise im US-Bundessaat Oregon geboren. Der verheiratete Wirtschaftswissenschaftler ist ordentlicher Professor an der Northwestern University. Seit 2001 forscht er außerdem am "Institut zur Zukunft der Arbeit" in Bonn und am "National Bureau of Economic Research" in Cambridge, Massachusetts. Mortensen untersucht dynamische Prozesse in der Wirtschaft und entwickelt Arbeitssuchmodelle.

Junger Preis

Der schwedische Unternehmer Alfred Nobel hatte im Jahr 1895 aus seinem Vermögen die Nobelpreise gestiftet, die jährlich in Stockholm und Oslo verliehen werden. Einen Preis für Wirtschaftswissenschaften hatte er allerdings nicht vorgesehen. Der wurde erst 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet und wird seither gleichzeitig mit den anderen Preisen verliehen.

Die meisten der bisher in dieser Sparte geehrten Wissenschaftler stammen aus den USA. 1994 war als bisher einziger Deutscher der Bonner Professor Reinhard Selten ausgezeichnet worden, der seinen Preis mit zwei Kollegen teilen musste. 2009 war mit der amerikanischen Professorin Elinor Ostrom zum ersten Mal einer Frau der Nobelpreis für Wirtschaft zuerkannt worden. Der Preis ist mit mehr als 10 Millionen schwedischen Kronen dotiert, das sind umgerechnet mehr als eine Million Euro.

Autor: Dirk Kaufmann

Redaktion: Klaus Ulrich