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Aktuell Kultur

"Nobelpreis der Kunst" geht an Arvo Pärt

Die japanische Kunstpreis Praemium Imperiale ist mit 110.000 Euro der höchstdotierte Preis der Kunstwelt. Er wird in fünf Kategorien vergeben und geht in diesem Jahr in der Sparte Musik an den Komponisten Arvo Pärt.

Neben Arvo Pärt wurden auch der französische Maler Martial Raysse, der südafrikanische Dramatiker Athol Fugard, der italienische Bildhauer Giuseppe Penone und der US-amerikanische Architekt Steven Holl geehrt. Die Preise in den fünf Kategorien Musik, Malerei, Theater/Film, Skulptur und Architektur werden am 15. Oktober in Tokio verliehen.

Mit dem zeitgenössischen Komponist Arvo Pärt erhält erstmals ein Künstler aus Estland die begehrte Auszeichnung. Die Organisatoren des Praemium Imperiale beschreiben den Komponisten und Musiker als "eine der einzigartigsten Stimmen in der Musikwelt".

Pärts Werke gehören zu den weltweit meist aufgeführten der zeitgenössischen Musik. Der Komponist ist weit über Klassikkreise hinaus bekannt und hat dank seines eigenartigen Stils beinahe einen Kultstatus. Werke wie etwa "Fratres" sind zu Verkaufsrennern geworden.

Martial Raysse

Auch der Maler Martial Raysse erhält den Praemium Imperiale

Der Maler Martial Raysse war in den 1960ern mit Künstlern wie Yves Klein und Jean Tinguely Mitbegründer des französischen "Nouveau Réalisme." Die Arbeit des Franzosen umfasst von Filmen und Bronzeskulpturen bis hin zu Neonbildern mehrere Medien. Auch er gehört 2014 zu den Preisträgern des Praemium Imperiale.

Der Dramatiker Athol Fugard, der für seine anti-Apartheid Theaterstücke Bekanntheit erreichte, wird ebenfalls mit dem begehrten Preis ausgezeichnet. Die Jury hob besonders das Engagement des südafrikanischen Künstlers gegen Vorurteile und Ungerechtigkeit hervor.

Steven Hall, der den Preis in der Kategorie Architektur gewinnt, ist vor allem für seine Simmons Hall in Boston und sein Kiasma Museum in Helsinki bekannt. Den Bildhauer Giuseppe Penone kennt man vor allem durch seine Skulpturen aus natürlichen Materialien wie Holz.

Der mit gut 36.000 Euro dotierte Nachwuchspreise der Japan Art Association ging an die Fondation Zinsou aus Benin. Die Stiftung fördert vor allem afrikanische Kulturprojekte und ermöglicht Menschen den freien Zugang zur Kunst.

Den Praemium Imperiale bekommen Künstler "für ihre Leistungen, für den Einfluss, den sie international in der Kunst ausüben, und für ihre Bereicherung der Weltgemeinschaft", so die Organisatoren. Für die Auswahl der Preisträger nimmt die Japan Art Association Nominierungen aus internationalen Komitees in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den USA entgegen. Die Kunstvereinigung vergibt den Preis seit 1989 und hat bisher schon rund 130 Künstler weltweit ausgezeichnet. Dazu gehörten bisher Weltgrößen wie Arthur Miller, Frank Gehry und Jean-Luc Goddard.

Im vergangenen Jahr ehrte die Jury unter anderem den Filmemacher Francis Ford Coppola, den Sänger Plácido Domingo und den britische Bildhauer Antony Gormley. Der Praemium Imperiale ist der höchstdotierte Kunstpreis und gilt international als einer der wichtigsten - er wird auch als "Nobelpreis der Künste" bezeichnet.

ecs/az (dpa, Praemium Imperiale)