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Wirtschaft

Nissan plant Einstieg bei Mitsubishi

Die Abgasaffäre bei Mitsubishi weitet sich aus. Betroffen ist auch Nissan, für den Mitsubishi produziert hat. Nun plant Nissan einen milliardenschweren Einstieg bei dem heimischen Rivalen, so Insider.

Der japanische Autohersteller Nissan steht Insidern zufolge vor einem milliardenschweren Einstieg beim heimischen Rivalen Mitsubishi Motors. Geplant sei die Übernahme von 30 Prozent der Anteile, sagten zwei Vertreter beider Konzerne am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Damit würde Nissan Mitsubishi Heavy Industries als größten Aktionär des Autobauers ablösen.

Nissan wolle für die Beteiligung umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro (200 Milliarden Yen/1,8 Milliarden Dollar) zahlen. Nur Stunden zuvor hatte Mitsubishi Motors erklärt, die Folgen des jüngsten Skandals um manipulierte Spritverbrauchstests finanziell bewältigen zu können. Von der Affäre betroffen waren auch Nissan-Autos. Die Führungsgremien beider Konzerne wollten am Donnerstag über die Pläne beraten, sagten die Insider. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst von keiner der beiden Seiten.

Schummelei größer als bislang zugegeben

Die beiden Autobauer waren zuletzt wegen der Test-Manipulationen gemeinsam in die Schlagzeilen geraten: Mitsubishi hatte im April eingeräumt, bei Verbrauchs-Checks für zwei eigene und zwei für Nissan produzierte Modelle geschummelt zu haben. Aufgedeckt wurden die Tricksereien durch Nissan, als der Konzern ein Nachfolgemodell entwickelte.

Nun weitet sich die Affäre um manipulierte Fahrzeuge bei Mitsubishi aus. Kurz bevor die Zeitung "Nikkei" am Mittwoch als Erste über die Einstiegspläne berichtete, hatte Mitsubishi eingeräumt, dass bei weiteren Modellen regelwidrige Untersuchungsmethoden angewendet worden sein könnten. Es gehe nicht nur um einige hunderttausend Kleinstwagen, sondern um fast alle seit 1991 in Japan verkauften Modelle, berichtete die Tageszeitung "Asahi" am Mittwoch. Nur drei Modelle seien nicht betroffen, schrieb das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise.

Mitsubishi hatte Ende April zugegeben, dass seit 1991 bei Tests getrickst wurde, um bessere Verbrauchswerte zu erreichen. Genaue Angaben zur Zahl der betroffenen Autos machte der Konzern nicht und verwies auf noch laufende Untersuchungen. Davor hatte Mitsubishi lediglich die Zahl von 625.000 Kleinstwagen genannt, die seit dem Jahr 2013 in Japan verkauft worden waren. 468.000 Autos davon wurden für den Konkurrenten Nissan Motor gebaut.

Milliarden für Schadensersatz und Strafen

Dass diese Zahl nicht das ganze Ausmaß wiedergibt, war bereits klar. Sollte der "Asahi"-Bericht zutreffen, würde dies eine drastische Ausweitung des Skandals bedeuten - mit schwerwiegenden finanziellen Folgen. Wie dem vom Abgasskandal erschütterten Volkswagen-Konzern drohen Mitsubishi Schadenersatzzahlungen und Strafen. Analysten schätzen, dass der Konzern bis zu eine Milliarde Dollar auf den Tisch legen muss.

Es ist nicht der erste Skandal bei Mitsubishi. Bereits vor mehr als einem Jahrzehnt hatte der Konzern gestanden, jahrzehntelang Defekte an Fahrzeugen systematisch vertuscht zu haben. Zudem soll der Konzern über lange Zeit Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen haben, ohne dies dem Transportministerium wie vorgeschrieben zu melden.

iw/djo (dpa, afp, rtr)