1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Weltweiter Verkaufsstart

Nintendos Hoffnungsträger Switch startet

Die neue Spiele-Konsole Nintendo Switch ist ab diesen Freitag weltweit im Handel. Ob das der Befreiungsschlag für den japanischen Konsolenbauer wird? Der litt zuletzt arg unter der Konkurrenz der Smartphone-Spiele.

Video ansehen 01:15

Nintendo setzt Hoffnungen auf flexible Konsole Switch

Mit der Konsole Switch geht Nintendo einen neuen Weg, der mobiles Spielen mit einer auch stationär nutzbaren Konsole verbindet. Mit der Switch kann man unterwegs spielen, sie aber auch an den Fernseher anschließen. In Deutschland konnte sie für 329 Euro vorbestellt werden. Wie viele Vorbestellungen es gab, mochte der Handel allerdings nicht verraten.

Die Switch-Konsole ist der große Hoffnungsträger für Nintendo, nachdem das vorherige Modell Wii U sich schlecht verkauft und für hohe Verluste gesorgt hatte. Der traditionsreichen Spielefirma macht auch die Konkurrenz günstiger bis kostenloser Spiele für Smartphones und Tablets zu schaffen. Vor kurzem brachte Nintendo mit Super Mario erstmals eine seiner beliebten Spielefiguren in ein Smartphone-Spiel ein.

Japan Nintendo Switch Konsole (picture-alliance/AP Photo/K. Sasahara)

Abnehmbare Steuer-Sticks sollen mobile und stationäre Welt verbinden

Passend zu dem anstehenden Verkaufsstart hat das US-Marktforschungsunternehmen SuperData Research eine Absatzprognose abgegeben. Demnach soll sich die Hybrid-Konsole ungefähr fünf Millionen Mal in diesem Jahr verkaufen. Die Marktforscher erwarten, dass zunächst hauptsächlich loyale Nintendo-Fans das neue Gerät erwerben werden. Der Massenmarkt sei erst später angepeilt, heißt es. Nintendo hat selbst keine Absatzprognose abgegeben. Die Japaner hatten lediglich angekündigt, bis Ende März 2017 ungefähr zwei Millionen Exemplare an die Händler ausliefern zu wollen.

Am Anfang ein mageres Spieleangebot

Diese Schätzung beruht darauf, dass die Konsole verhältnismäßig früh im Jahr erhältlich ist, der Preis vergleichsweise hoch ausfällt, kein Spiele-Bundle mit Konsole verfügbar ist und das Software-Angebot am Anfang ziemlich mager aussieht. SuperData schätzt, dass sich Nintendo auf einen langsamen, dafür aber beständigen Absatz der Konsole vorbereitet. Basierend auf den Verkaufszahlen aus der Vergangenheit wird geschätzt, dass 45 Prozent aller Verkäufe auf Nordamerika, 35 Prozent auf Europa und zwölf Prozent auf Japan entfallen werden.

Die größte Herausforderung für Nintendo sei es allerdings, die aktuellen Konsolenspieler zu überzeugen, sich Switch als Zweitkonsole anzuschaffen, weil viele Spieler schon eine Sony PlayStation haben, die weltweit gut 53 Millionen mal über die Ladentheke ging, oder eine Xbox One von Microsoft, die 26 Millionen mal verkauft wurde.

Viel Lob, viele Fragen

Die ersten Tests sind bereits im Internet zu finden. Bei den Bewertungen gibt es für manche Aspekte der Konsole viel Lob, anderes bleibt aber noch immer unklar. Manche Tester raten daher auch dazu, erst noch abzuwarten, bis es mehr und bessere Spiele für die Nintendo Switch gibt. Ein Spielemagazin schreibt beispielsweise, dass die Switch "ein leistungsfähiges Stück Hardware mit einem wunderschönen Bildschirm" sei, aber gleichzeitig "zu groß und stromhungrig", um sie überall mitzunehmen. Und als stationäre Konsole sei sie zu schwach, instabil und biete nicht die grundlegenden Features und Bequemlichkeiten der Konkurrenz.

Andere Magazine raten dazu, mit einem Kauf zu warten, vor allem, wenn man sich noch nicht ganz sicher sei. Irritierende Fehler und versteckte Kosten seien noch ein Problem. Zudem gibt es Zweifel am Spiele-Support durch Drittentwickler. Überwiegend wird die "großartige Hardware" gelobt, die alle Anzeichen für "etwas wirklich Tolles" mitbringe - sofern Nintendo die Konsole stark unterstützt. Viele Tester sehen noch eine große Anzahl offener Fragen, die Nintendo schnell beantworten müsse.

Ein Verkaufserfolg muss her

Nintendo will unbedingt an den Erfolg der Wii anzuknüpfen, die 2006 mit ihrer damals neuartigen Bewegungssteuerung zum Hit wurde. Es waren lockere Party-taugliche Games wie Tennis oder Bowling mit Controller in der Hand, eine breite Masse von Gelegenheits-Spielern anlockten. Die Wii war mit ihren 250 Euro zudem deutlich günstiger als die hochgerüsteten Konsolen der Konkurrenz. Im Ergebnis verkaufte sie sich mehr als 100 Millionen Mal und hängte die Rivalen ab.

Japan Nintendo Switch Konsole (picture-alliance/AP Photo/K. Sasahara)

Anfang Januar hat Nintendo die Switch in Tokio vorgestellt

Doch die Zeiten haben sich seit der Wii-Revolution geändert. Für  Gelegenheits-Spieler gibt es jetzt eine gewaltige Auswahl von Smartphone-Games, die erst mal gar nichts oder nur wenige Euro kosten und erst für zusätzliche Inhalte oder virtuelle Artikel Geld verlangen. Zudem demonstrierte auch Apple gern, wie gut auch anspruchsvolle Spiele auf seinem iPad laufen. Und für einfache Spaß-Games sind auch die TV-Boxen von Apple und Amazon gerüstet. Die Zielgruppe, die die Wii einst weitgehend für sich beanspruchte, ist also schon hart umkämpft.

Super Mario kommt zum Jahresende

Die Switch werde sich als attraktive Alternative zu Tablets behaupten müssen, sagt Marktexperte Piers Harding-Rolls vom Analysehaus IHS. Nintendo gebe sich auf jeden Fall Mühe, nicht die Fehler vom Start der letztlich erfolglosen aktuellen Konsole Wii U zu wiederholen. Vor allem gibt es gleich zur Markteinführung einen potenziellen Spiele-Hit, der von Fans schon seit langem erwartet wird - einen neuen Titel aus der Reihe "The Legend of Zelda". Und auch die großen Anbieter von Spielen wie "Fifa", die zuletzt die Wii U mieden, sind wieder an Bord. Zum Jahresende soll es zudem ein neues Spiel mit Super Mario geben, in der der bekannteste Spiele-Klempner durch real aussehende Stadt-Umgebungen spaziert - bei Nintendo-Fans eine sichere Bank.

Damit wird auch deutlich, dass der Sprung ins Geschäft mit Smartphone-Games mit dem ersten Super-Mario-Spiel im Dezember keine Kapitulation Nintendos vor den neuen Marktbedingungen war. Mario-Schöpfer Shigeru Miyamoto betonte schon damals, die App solle eher Nutzer für das Kerngeschäft in der Konsolen-Welt bringen, statt es zu ersetzen.

Audio und Video zum Thema