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Afrika

Nikotin vergiftet Kinder in Malawi

Wegen harter Arbeit auf den Tabakplantagen leiden in dem südostafrikanischen Land zehntausende Kinder an schwerer Nikotinvergiftung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Organisation "Plan International".

Farmarbeiterin mit Kind auf einer Tabakplantage (Foto: AP)

Pures Gift - für die Kleinsten ist Tabak besonders gefährlich

Die in London ansässige Kinderhilfsorganisation schätzt, dass in Malawi rund 80.000 Kinder jeden Tag bis zu zwölf Stunden auf den Tabakplantagen arbeiten. Einige sind erst fünf Jahre alt. Sie arbeiten ohne Schutzkleidung, was zu einer Aufnahme des Nervengiftes Nikotin über die Haut von bis zu 54 Milligramm pro Tag führt. Das entspricht dem Rauch von etwa 50 Zigaretten, wie es in einem am Montag (24.08.2009) veröffentlichten Bericht heißt.

Schwere Gesundheitsschäden

Nikotin macht krank (Foto: dpa)

Bei der Tabakernte nehmen Kinder so viel Nikotin auf wie beim Rauchen von 50 Zigaretten

Starke Kopf- und Bauchschmerzen, Muskelschwäche, Husten und Atemnot sind nur einige der Symptome unter denen die betroffenen Kinder leiden. Bei Kindern ist eine Nikotinvergiftung besonders schlimm, weil ihre Körper nicht an das Rauchen von Nikotin gewöhnt sind. Ein Verbot der Kinderarbeit auf den Plantagen sei allerdings unrealistisch, räumte ein Sprecher von Plan International in Malawi ein. Die Armut zwinge schon die Jüngsten, dort Geld zu verdienen. Auch wenn es nur ein Hungerlohn ist: Die jungen Plantagenhelfer schuften für umgerechnet einen Euro-Cent pro Stunde.

Tabak ist wichtigstes Exportgut

Farmarbeiter bei der Tabakernte (Foto: AP)

Rohtabak bringt gut 70 Prozent der Ausfuhrerlöse

In Malawi verdienen vier Fünftel der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt in der Tabakindustrie. Die Hälfte der rund 13 Millionen Malawier lebt unterhalb der Armutsgrenze. Mit der Tabakproduktion erzielt das Land bis zu 70 Prozent seiner Exporteinnahmen. Plan International appellierte an die Arbeitgeber, den Kindern die erforderliche Schutzkleidung zur Verfügung zu stellen und forderte die malawische Regierung auf, existierende Kinderschutz- und Arbeitsrechtsbestimmungen durchzusetzen. Die Tabakproduzenten müssten sichere und faire Arbeitsbedingungen schaffen und die Abnehmer des Tabaks in Europa und den USA müssten konsequenter darauf achten, dass ihre eigenen Grundsätze auch bei den Lieferanten in Malawi umgesetzt würden. (og/db/afp/ap)