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Aktuell Europa

Nikolic entschuldigt sich für Massaker der Serben

Er galt lange als eingefleischter Ultranationalist, nun sorgt er mit einer Geste der Versöhnung für Aufsehen: Serbiens Staatschef Nikolic bat in Bosnien um Vergebung für die Ermordung von 8000 Muslimen in Srebrenica.

"Ich bitte auf Knien darum, dass Serbien für dieses in Srebrenica begangene Verbrechen verziehen wird", erklärte der serbische Präsident Tomislav Nikolic in einem Interview des bosnischen Fernsehens BHRT, drückte sich aber noch davor, offen auch von einem Völkermord zu sprechen. Noch im vergangenen Jahr hatte er die Nachbarstaaten auf dem Balkan und die Politiker im Westen mit seiner völligen Leugnung des Völkermords brüskiert.

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Die Brüsseler DW-Korrespondentin Nina Haase zu Serbiens Entschuldigung

In dem Interview, das zunächst in Auszügen im Internet veröffentlicht wurde, formulierte Nikolic nun einschränkend, alles was während des Kriegs im früheren Jugoslawien geschehen sei, trage Züge eines Völkermords. Er bedauere "alle Verbrechen", die im Namen seines Staates oder seines Volks begangen worden seien.

Das Massaker an rund 8000 bosnischen Muslimen durch bosnisch-serbische Verbände im Juli 1995 wird von der internationalen Justiz eindeutig als Völkermord eingestuft und in zahlreichen Prozessen verfolgt.

Kriegsverbrechen: Anklagen gegen Karadzic und Mladic

Serbiens Präsident Tomislav Nikolic (Foto: REUTERS)

Ungewohnte Töne von Serbiens Präsident Nikolic

Nikolic war im Mai 2012 zum Präsidenten gewählt worden. Sein Vorgänger Boris Tadic setzte unter anderem durch, dass das Belgrader Parlament das Massaker von Srebrenica verurteilte. In seiner Amtszeit wurden der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic und auch der bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic an das Haager UN-Tribunal überstellt.

Vor seiner Ära als Präsident hatte Nikolic mit Ultranationalisten der Serbischen Radikalen Partei Hand in Hand gearbeitet, seine Rhetorik aber im Wahlkampf gemäßigt. Sein Land strebt den Beitritt zur Europäischen Union an. Die hatte seine Äußerungen zu Srebrenica von 2012 deutlich verurteilt...

SC/se (afpe, dpae)

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