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Vereinte Nationen

Nigerias Umweltministerin wird UN-Vize

Mit Amina Mohammed ernennt der kommende UN-Chef Guterres eine Entwicklungspolitikerin zur Stellvertreterin. Die Nigerianerin verfügt über viel Erfahrung - und wird nicht nur von ihren Landsleuten hoch geschätzt.

Nigerias Umweltministerin Amina Mohammed verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz in der Entwicklungspolitik: Bevor sie Ministerin wurde, war sie 14 Jahre lang mitverantwortlich für die Umsetzung der UN-Millenniumsziele in Nigeria. Und sie kennt die Vereinten Nationen: Als Sonderberaterin des scheidenden Generalsekretärs Ban Ki-moon war sie maßgeblich an den Verhandlungen der "Ziele für nachhaltige Entwicklung" beteiligt, die bis 2030 die Agenda der UN bestimmen sollen.

Nun will der neue UN-Generalsekretär António Guterres die 55-jährige Mutter von sechs Kindern zu seiner Stellvertreterin und damit zur Nachfolgerin des Schweden Jan Eliasson machen. Eine Überraschung ist ihre Ernennung nicht, Mohammed galt aufgrund ihrer Erfahrung als aussichtsreiche Kandidatin für den Posten. Zudem passt sie zu Guterres' erklärtem Ziel, den Anteil der Frauen in Führungspositionen in der UN zu steigern. Derzeit liegt dieser unter 25 Prozent.

Erfahrung in der Entwicklungspolitik

Amina Mohammed wurde 1961 als Kind einer Britin und eines Nigerianers geboren. Bevor sie erstmals in die nigerianische Regierung berufen wurde, gründete und leitete sie in den 1990er-Jahren zwei Unternehmen für Projektmanagement in den Bereichen Ingenieurwesen und Architektur. Ab dem Jahr 2000 koordinierte sie unter drei verschiedenen Präsidenten die Umsetzung von Millenniumszielen in Nigeria.

Pictogramme der sustainable development goals (UN)

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN-Agenda bis 2030

Zu ihren Aufgaben in der Regierung gehörten die Leitung einer Task Force zu Gender- und Bildungsfragen sowie die Gründung eines nationalen Entwicklungshilfefonds. Ab 2005 verwaltete sie jährlich eine Milliarde US-Dollar aus dem Erlass von Auslandsschulden zur Erfüllung der Millenniumsziele. Später arbeitete sie mit an dem Amnestieprogramm für Milizen im umkämpften Nigerdelta. Seit 2006 ist sie Trägerin des "Ordens der Bundesrepublik", der höchsten Auszeichnung ihres Heimatlandes.

2012 berief der noch amtierende UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sie zur Sonderberaterin für die "Ziele für nachhaltige Entwicklungsziele" für die UN-Agenda 2016 bis 2030, die sie maßgeblich erarbeitete und aushandelte. Vor einem Jahr dann holte sie Präsident Muhammadu Buhari zurück nach Nigeria an die Spitze des Umweltministeriums.

Image-Gewinn für Nigeria

Im Rahmen ihrer Regierungsämter habe Mohammed mit allen 774 Lokalregierungen Nigerias auf die Millenniumsziele hingearbeitet, sagt ihr Stellvertreter im Umweltministerium, Ibrahim Usman Jibril, im Gespräch mit der DW. "Sie macht ihre Arbeit mit Leidenschaft, arbeitet sehr hart und diszipliniert." Zudem sei sie "sehr aufgeschlossen und eine gute Führungskraft, die alle mitreißt". Mit ihrer Persönlichkeit werde sie viel bewirken - auch in der UN. Deswegen sei sie eine gute Wahl, auch wenn es ein großes Opfer für Nigeria sei: "Der Präsident wollte der Welt das Beste geben, was wir haben."

UN Generalversammlung - Antonio Guterres, Vereidigung als Generalsekretär in New York (Reuters/L. Jackson)

Am 1. Januar 2016 wird António Guterres (r.) das Amt von Ban Ki-Moon (l.) als UN-Generalsekretär übernehmen

Nigerias Präsident Buhari schrieb kurz nach der Bekanntgabe über Twitter: "Ich habe keinen Zweifel, dass sie uns auch in ihrem neuen Job stolz machen wird." Auch sein Medienberater Femi Adesina sagt: "Das ist ein Image-Boost für Nigeria."

Und letztlich, meint Jibril, könnte Nigeria von Mohammads neuer Position auch praktisch profitieren: "Sie wird in einer besseren Position sein, um mit relevanten Leuten über den Klimawandel in Nigeria und anderen Entwicklungsländern zu sprechen."

Mohammed selbst hat genau dies bereits angekündigt: "Die nächste Phase meines Dienstes für das nigerianische Volk findet auf globaler Ebene statt." Auch in ihrem neuen Amt wolle sie sich für die Armen, besonders für Frauen und Jugend einsetzen, damit niemand zurückgelassen werde.

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