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Aktuell Afrika

Nigerias Armee befreit 300 Mädchen und Frauen aus der Gewalt von Boko Haram

Nigerias Armee hat nach eigenen Angaben fast 300 Mädchen und Frauen aus der Gewalt der Terrorgruppe Boko Haram befreit. Die vor einem Jahr aus Chibok entführten Schulmädchen sind offenbar nicht darunter.

Soldaten der nigerianischen Armee (Archivbild: AP)

Soldaten der nigerianischen Armee (Archivbild)

Die nigerianischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben 200 Mädchen und 93 Frauen aus der Gewalt der islamistischen Terrororganisation Boko Haram befreit. Die Armee habe die Geiseln bei ihrem Kampf gegen die sunnitischen Fundamentalisten in der Region des Sambisa-Waldes befreit, erklärte Militärsprecher Chris Olukolade über den Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Demonstration für die Befreiung der entführten Schulmädchen aus Chibok vor dem Präsidentenwohnsitz in Abuja im Oktober 2014 (Foto: Getty)

Demonstration für die Befreiung der entführten Schulmädchen aus Chibok vor dem Präsidentenwohnsitz in Abuja im Oktober 2014

Die Schülerinnen aus dem Ort Chibok, deren Entführung im April vergangenen Jahres für weltweites Entsetzen gesorgt hatte, sind nicht darunter. Dies teilte Armeesprecher Oberst Sani Usman in einer Erklärung mit, berichtete die nigerianischen Zeitung "This Day" online.

Die Entführung von über 200 Schülerinnen aus dem nordostnigerianischen Ort Chibok hatte im April vergangenen Jahres für weltweites Entsetzen gesorgt. Einige von ihnen konnten später fliehen, doch blieben 219 Schülerinnen in der Gewalt der Islamisten. Der Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau erklärte später, sie alle seien zum Islam konvertiert und verheiratet worden. Ein letztes Lebenszeichen hatte es im Mai vergangenen Jahres gegeben, als die Mädchen in einem Video der Gruppe auftauchten.

Boko-Haram Anführer Abubakar Shekau (Foto: AP)

Boko-Haram Anführer Abubakar Shekau

Die schleppende Reaktion der Regierung von Präsident Goodluck Jonathan hatte bei den Angehörigen der Mädchen aber auch bei Bürgerrechtlern in Nigeria für scharfe Kritik gesorgt. Nigerias neugewählter Präsident Muhammadu Buhari hatte kürzlich zum ersten Jahrestag der Entführung verstärkte Bemühungen versprochen, die Mädchen zu finden. Allerdings hatte er zugleich gewarnt, dass die Jugendlichen womöglich nie gefunden würden.

Unterdessen wurden bei Kämpfen mit Boko Haram nach Angaben aus Militärkreisen mindestens 40 Soldaten aus dem Niger getötet. 35 weitere gelten noch als vermisst, wie ein ranghoher Militärangehöriger des westafrikanischen Landes sagte. Kämpfer der sunnitischen Extremistengruppe hatten am Samstag eine strategisch bedeutende Insel im Tschadsee nahe der nigerianischen Grenze erobert. Örtlichen Medienberichten zufolge kamen Hunderte Boko-Haram-Kämpfer mit Kanus über den See und stürmten die Insel. Inzwischen haben die Streitkräfte des Niger die Kontrolle über die Insel Karamga nach eigenen Angaben wieder zurückgewonnen.

stu/gmf (afp, dpa)

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